Es ist ein Klassiker: Ein Anruf von einem guten Freund, der seinen Namen nicht sagt, dafür aber Entrüstung vorgibt: „Kennst du mich etwa nicht mehr?“ Der angerufene Helmut Ließ, ein Senior aus Forst, sagte daraufhin nach längerem Überlegen: „Du bist doch der Wolfgang!“ Und der Anrufer antwortet: „Genau!“ Nur stimmt das eben nicht. Wer auch immer sich da als Wolfgang ausgab, behauptete auch, er stehe in Polen an einem Bahnhof und brauche dringend Geld, um nach Hause zu kommen. Helmut Ließ wird rechtzeitig misstrauisch. Gezahlt hat er nicht.

Vortrag im Forster Kompetenzzentrum

Doch die Täter bleiben nicht immer so erfolglos. Betrug per Telefon ist beliebt: Eine bundesweite Masche ist der Anruf falscher Polizisten, die vorgeben, Bargeld und Wertgegenstände zur Sicherheitsverwahrung von Privatpersonen abholen zu wollen. Dass sie dabei psychologisch klug vorgehen, demonstrierten unlängst Uwe Madel und Jürgen Schirrmeister in ihrem Vortrag zur Kriminalprävention im Forster Kompetenzzentrum. Der Moderator der Sendung „Täter, Opfer, Polizei“ und der Ansprechpartner für Prävention der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland lasen in verteilten Rollen ein solches Telefonat vor.

Telefonanrufe von Unbekannten sind auch in Forst ein Problem: „Telefonmäßig ist es viel. Wirklich aufdringlich“, sagt eine anwesende Seniorin. Opfer eines Betrugs seien sie und ihr Mann aber noch nicht geworden. Sich zu schützen ist nicht leicht. Stehe ein Polizist vor der Haustür, müsse man sich immer den Ausweis zeigen lassen. Eine Marke allein reiche nicht, so Schirrmeister. Auch mit der örtlichen Dienststelle solle man telefonische Rücksprache halten. Ein echter Polizist habe für so etwas Zeit und Verständnis.

Warnung vor Haustürgeschäften

Gewarnt wird im Vortrag auch vor Haustürgeschäften. Darauf sollte man am besten ganz verzichten, auch weil fehlerhafte Ware nicht zurückgegeben werden kann. Beim Kauf im Internet nutze man am besten Anbieter, die Rechnung und Nachnahme anbieten. Wichtig sei es auch, über aktuelle Betrugsmaschen informiert zu bleiben.

Darum besucht auch die Forster Familie Abendroth den Vortrag: „Wir wollen unsere Oma mobilisieren, damit sie vorsichtiger ist.“

Die ältere Dame ist mit dabei und klagt über ständige Anrufe mit unterdrückter Nummer. Dass man auf verkleidete Polizisten hereinfalle, könne sie sich gut vorstellen. „Es ist erst der Schreck und dann ist es zu spät. Bei der Polizei macht man doch automatisch die Tür auf!“, sagt sie.