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| 18:31 Uhr

Kriminalität im Grenzgebiet
Kriminalität in Guben um 25 Prozent gesunken

Der Brandenburger Polizei ist zusammen mit Ermittlern aus Polen ein Schlag gegen die berüchtigten Bankomatensprenger gelungen. Acht Personen Personen wurden in dieser Woche in Polen verhaftet. Ein weiterer Verdächtiger wird per Haftbefehl gesucht.
Der Brandenburger Polizei ist zusammen mit Ermittlern aus Polen ein Schlag gegen die berüchtigten Bankomatensprenger gelungen. Acht Personen Personen wurden in dieser Woche in Polen verhaftet. Ein weiterer Verdächtiger wird per Haftbefehl gesucht. FOTO: Polizei
 Spree-Neiße. Um 25 Prozent sind die Delikte in Guben zurückgegangen. Auch in Forst verzeichnet die Polizei einen deutlichen Rückgang. Es bleibt aber dabei: Die Grenzgemeinden bleiben  stärker belastet.

Die Kriminalität ist in Guben und Forst im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Das hat Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Donnerstag schon vor der offiziellen Verkündung der Statistik für den Spree-Neiße-Kreis durchblicken lassen. So ist die Zahl der Straftaten in Guben um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, in Forst waren es den Angaben Mörkes zufolge 19,4 Prozent. Damit liegen die beiden Gemeinden deutlich über dem Landestrend. Insgesamt verzeichnet Brandenburg einen Rückgang der Straftaten um 5,8 Prozent.  Der Polizeipräsident führt das unter anderem auf die gute Zusammenarbeit gerade der Polizei in Guben und Gubin zurück.

Ein Grund zum Wegschauen sei das gute Ergebnis aber nicht, versichert Mörke. „Die Kriminalitätsbelastung ist in den Grenzgemeinden weiterhin höher als im Rest des Landes.“ In den 24 Grenzgemeinden leben laut Angaben des Innenministeriums 8,3 Prozent aller Brandenburger. Es geschehen aber 10,2 Prozent aller Straftaten in diesen Gemeinden.

Erfreulich vor allem für Unternehmen in den Grenzgemeinden: Es gab es beim schweren Diebstahl aus Firmen einen deutlichen Rückgang um fast ein Viertel auf 396 Fälle. Das ist der niedrigste Stand seit zehn Jahren. Dennoch bleibt der Schaden für die Unternehmen groß. 800 000 Euro waren es laut Mörke im vergangenen Jahr. Immerhin können sich auch die Landwirte freuen. 2017 wurden in den Grenzgemeinden nur noch 116 Geräte und Landmaschinen gestohlen. Weniger waren es zuletzt 2012.

Für die Bürger gibt es ebenfalls gute Nachrichten: weniger Einbrüche, weniger Diebstahl, weniger Autodiebstahl. 353 Fahrzeuge wurden 2017 in den Grenzgemeinden gestohlen. Also etwa eines pro Tag. Der Schaden bleibt aber enorm. 2,4 Millionen Euro waren es laut Mörke. Die Aufklärungsquote bleibt mit rund 15 Prozent erschreckend gering. „Wenn in Frankfurt ein Auto gestohlen wird, ist der Dieb damit in fünf Minuten über die Grenze. Wird der Diebstahl erst am nächsten Morgen entdeckt, ist es schwer, den Täter noch zu fassen“, erläutert Mörke.

Ausreißer unter den Grenzgemeinden ist Eisenhüttenstadt. Hier gibt es im Gegensatz zum Rest sogar einen deutlichen Anstieg der Kriminalität. Mörke führt das auch auf die Erstaufnahme für Flüchtlinge zurück. Die Polizei hat reagiert. Zwei Streifenwagen sind in der Stadt permanent im Einsatz, auch die Zahl der Revierpolizisten wurde erhöht. „Die Maßnahmen zeigen bereits Wirkung“, so Mörke.