Von Bodo Baumert
  Bürger in Spree-Neiße müssen sich auf höhere Kosten bei der Abfallentsorgung einstellen. Das hat am Mittwochabend der Kreistag beschlossen. Teurer wird es ab dem Jahr 2019 in fast allen Bereichen. So muss ein Vier-Personen-Haushalt künftig 166,40 Euro Grundgebühr für die Müllentsorgung bezahlen, 17 Euro mehr als bisher. Die Gebühr für den Müllbehälter selbst sinkt hingegen um elf Cent. Ähnlich sieht es bei den anderen Haushaltsgrößen aus.

Ein Teil der Gebührensteigerung ergibt sich aus den laufenden Kosten, dieser Anteil liegt mit 41 Cent pro Person aber vergleichsweise gering. Hauptkostentreiber ist die Einführung der Biotonne ab 1. Januar. Diese schlägt bei der Grundgebühr pro Person mit 3,95 Euro zu Buche. Damit steigt die Grundgebühr auf ein Niveau, das zuletzt 1995 im Kreis erreicht wurde.

Für die Haushalte, die sich bei der Abstimmung im Februar 2017 für die Biotonne entschieden hatten, kommen zusätzlich noch die Kosten für die Entleerung zu, die bei rund 14 Euro pro Jahr und Grundstück liegt.

Damit liege der Spree-Neiße-Kreis immer noch deutlich günstiger als viele andere Entsorger im Land Brandenburg, betonte der zuständige Beigeordnete der Kreisverwaltung, Olaf Lalk (CDU), bei der Debatte im Kreistag. Zudem liege die Gebührenerhöhung exakt bei den 3,95 Euro, die man bei der Debatte um die Einführung der Biotonne vor zwei Jahren den Bürgern in Aussicht gestellt hatte.

Rund 12 000 Bürger hatten sich laut Landrat Harald Altekrüger (CDU) 2017 für die Biotonne entschieden. Es stehe aber jedem Bürger frei, diese Wahl noch zu ändern, erklärte die Leiterin des Eigenbetriebs, Sabine Neuer.

Dass die Grundgebühr nicht noch weiter steigt, ist auch der Entscheidung zu verdanken, dass die Gebühren für die Nutzung der Wertstoffhöfe für die Bürger steigen. Der Zuschuss zu diesem Geschäftsbereich soll so gesenkt werden. Die Alternative wäre eine weitere Steigerung der Grundgebühr gewesen. „Das haben wir bewusst nicht gemacht“, erklärte Lalk.

Für Kleinstmengen bis 0,5 Kubikmeter werden künftig bei der Ablieferung am Wertstoffhof sechs statt vier Euro fällig. Bis zu einer Menge von einem Kubikmeter werden zwölf statt acht Euro berechnet. Erheblich teurer wird es bei der Entsorgung von Dachpappen. Hier hat sich die Gebühr verzehnfacht, auf fast 2000 Euro.

Das hatte im Vorfeld zu heftigen Debatten geführt. Lalk führte noch einmal an, dass der Grund in der geänderten Entsorgungslage liegt. Dachpappe, die Asbest enthält, darf nicht mehr in Verbrennungsanlagen entsorgt werden.

Die Pappen müssten hingegen gesammelt, in Big-Packs zusammengefasst, auf ihren Zustand geprüft und dann zu einer Lagerung zugeführt werden, in speziellen Deponien oder unter Tage.

Beides ist in der Region nicht möglich, was zu erheblichen Kosten für den Entsorgungsbetrieb führt. „Wir werden die Dachpappen selbst nicht günstiger los“, erklärt Lalk den massiven Gebührenanstieg in diesem Bereich.