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| 02:35 Uhr

Kreispolitik steht Wirtschaftsregion Lausitz aufgeschlossen gegenüber

Spree-Neiße. Voraussichtlich im Dezember soll der Kreistag Spree-Neiße grünes Licht für die Bildung der "Wirtschaftsregion Lausitz GmbH" geben. Dies gilt als eine Voraussetzung dafür, dass die Energieregion Lausitz GmbH um die beiden sächsischen Kreise Bautzen und Görlitz erweitert werden kann. Jürgen Scholz

Damit soll länderübergreifend Anfang des kommenden Jahres eine Struktur geschaffen werden, die den Strukturwandel aktiv begleiten kann, warb Finanzdezernent Carsten Billing um Zustimmung. Das Unternehmen könne eine strategische Koordinierungsaufgabe übernehmen, Projekte selbst anstoßen oder unterstützen und die Marketing- und Imagearbeit für die Lausitz auf vollkommen neue Beine stellen. Letztlich gehe es um eine länderübergreifende Regionalentwicklung, fasste Billing die Gespräche zusammen, an denen auch Staatssekretäre und Minister aus den Wirtschaftsministerien beider Länder beteiligt gewesen seien. In der Energieregion Lausitz GmbH sind derzeit die südbrandenburgischen Landkreise Elbe-Elster, Spree-Neiße, Dahme-Spreewald sowie die kreisfreie Stadt Cottbus Gesellschafter. Mit der Änderung des Gesellschaftervertrages könnten die Landkreise Bautzen und Görlitz dazukommen. Damit würde ein Gebiet betreut, das von Berlin bis Dresden und von Guben bis ins Zittauer Dreiländereck reicht und insgesamt 1,1 Millionen Einwohner hat - "ein gewaltiges Potenzial", wie Billing hervorhob. Voraussetzung sei jetzt die Zustimmung der Kreistage und der Stadtverordneten in Cottbus.

Neue Strukturen würden damit nicht aufgebaut, wurde vonseiten der Kreisverwaltung betont. Man sei auch in konstruktiver Abstimmung mit weiteren Partnern in der Region, unterstrich Billing den Ansatz, in den bisherigen Netzwerken weiter zusammenzuarbeiten und diese auszubauen. In Erwägung gezogen wird auch eine Einbeziehung der polnischen Lausitz. In Sachsen gibt es keine vergleichbare Einrichtung wie die Energieregion Lausitz GmbH, die aus einem gemeinsamen Regionalmanagement-Projekt hervorging.

Und noch eine weitere Kooperation deutet sich an: Die Kreisverwaltung will vom Kreistag grünes Licht, um mit dem Tourismusverband Lausitzer Seenland über eine Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Niederlausitz Gespräche führen zu dürfen. Der Verband betreut den Bereich von Döbern, Forst, Guben und Schenkendöbern, gilt aber auf Dauer als zu kleine eigenständige Einheit. Eine Orientierung in Richtung Süden entlang der Neiße zur Touristischen Gebietsgemeinschaft Neißeland sei dort auf wenig Gegenliebe gestoßen, so Michaela Birkner, die in der Kreisverwaltung für Tourismus zuständig ist. Der Anstoß für die jetzigen Gespräche sei vom Lausitzer Seenland ausgegangen, dem auch Spremberg angehört.