(kkz) „Den Kampf gegen die Ambrosia haben wir in unserer Region verloren“, sagt Spree-Neiße Umweltdezernent Olaf Lalk jüngst im Landwirtschaftsausschuss. Aus dem Landkreis und angrenzenden Gebieten werde die Pflanze, deren Pollen bei empfindlichen Menschen starke allergische Reaktionen auslösen können, nicht mehr zu verdrängen sein.

Aus Sicht Lalks tue die Landesregierung zu wenig. So werde voraussichtlich erst im Oktober 2018 ein Ambrosia-Manager für Brandenburg eingestellt. Noch Anfang Juli hatte die Landesregierung mitgeteilt, die Koordinierungsstelle zur Ambrosiabekämpfung im August zu besetzen. Auch sonst habe Lalk ernüchternde Antworten erhalten. Das Landwirtschaftsministerium sehe sich nicht in der Pflicht, die Finanzierung der Ambosiabekämpfung zu übernehmen. Die Pflanze werde als nichtinvasive Art eingeschätzt, zitiert Lalk. Für ihre Beseitigung bleibt der Flächeneigentümer verantwortlich. Da es sich um ein Ordnungsproblem handle, sei Aufgabe der Städte und Gemeinden, die Eigentümer zur Bekämpfung der Ambrosia aufzufordern.

Der Umweltausschuss empfiehlt dem Landkreis, einen Hinweis des Landwirtschaftsministeriums aufzugreifen. Dieses hatte argumentiert, dass wegen der von der der Ambrosia ausgehenden Gesundheitsgefahr das Gesundheitsministerium zuständig wäre. Lalk will die Idee aufgreifen und die problematische Ambrosiasituation dem Gesundheitsministerium schildern.

Probleme mit großen Ambrosiavorkommen gibt es in Drebkau und im Nachbarkreis in Vetschau. Aber auch entlang neu gebauter Straßen hat sich die Pflanze ausgebreitet. Die Bekämpfung gestaltet sich schwierig. Abmähen allein reicht nicht aus, weil die Pflanze trotzdem weiterwächst. Pflanzenschutzmittel sind nicht erlaubt. Als einzige wirksame Methode, um die Ausbreitung der Ambrosia einzudämmen, gilt das Ausreißen der Pflanzen vor der Blüte.