Genau zum 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz hat die Stadt Forst der Opfer des Nationalsozialismus mit eine Kranzniederlegung gedacht. Etwa 50 Bürgerinnen und Bürger kamen am diesjährigen Gedenktag zur Zeremonie am Denkmal auf dem Platz des Friedens.

In ihrer Rede wies Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) auf die Aktualität des Themas hin. Noch heute habe vermutlich fast jeder Familie in der Stadt Opfer des Krieges zu beklagen. Sie erinnerte auch an die mindestens 20 Personen aus Forst, die im Zuge des „Euthanasie-Programms“ ermordet wurden, und an die vielen anderen, die in Forst bei der Zwangsarbeit starben oder noch in den letzten Kriegstagen standrechtlich erschossen wurden.

Die Stadt Forst selbst sei, „auch wenn es bei dem Begriff Opfer immer um Menschenleben geht“, so die Bürgermeisterin, im übertragenen Sinne auch ein Opfer des Nationalsozialismus. Ein Teil der Stadt ist verschwunden, die Brücken über die Neiße nach wie vor zerstört.

Simone Taubenek warnte davor, dass die Lehren der Zeit verblassen und mit dem Glück, in Friedenszeiten zu leben, sowie mit dem Respekt vor menschlichen Werten zu achtlos umgegangen wird. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang scharf, dass der Gedenkstein, an dem die Kranzniederlegung stattfand, über Nacht mit weißer Farbe beschmiert wurde. Eine Forster Firma hatte die Stelle im Lauf des Tages im Auftrag der Stadt noch kurzfristig gereinigt.