| 02:35 Uhr

Krankenhaus bleibt bei Notruf außen vor

FOTO: (61724751)
Forst. Der Vater des Forsters Manuel Richter war am Samstag beim Rasenmähen zusammengebrochen, lag kaum ansprechbar in den Rosenbüschen. Bereits 2010 hatte er einen Schlaganfall erlitten und 2011 eine Bypassoperation hinter sich, berichtet der Sohn. Steffi Ludwig

"Deshalb sind wir für diese Thematik sensibilisiert", so Manuel Richter. Die Mutter habe umgehend den Notruf 112 gewählt. "Da wir nur 400 Meter von der Lausitz Klinik entfernt wohnen, haben wir mit schneller Hilfe gerechnet."

Doch da nach einer Viertelstunde noch immer keine Retter da waren, ergab ein erneuter Anruf unter der 112, dass der Rettungsdienst aus Cottbus komme und gleich in Forst sei. Die Cottbuser Kollegen hätten dann berichtet, dass in Forst niemand erreichbar gewesen sei. "Ich habe Verständnis, wenn die Krankenwagen unterwegs sind. Aber dass nicht mal ein Rettungssanitäter oder irgendwer die 400 Meter zur Not zu Fuß kommen konnte, ist für mich absolut unverständlich", so Manuel Richter.

Doch das Krankenhaus wird in solchen Notfalleinsätzen gar nicht angerufen, klärt Bernd Wregel, Lagedienstführer bei der Leitstelle Lausitz, auf Nachfrage auf. "Das ist Sache des Rettungsdienstes, das Krankenhaus bleibt außen vor", so Wregel.

Per Computer kann er den Einsatz am Samstag nachvollziehen: Dort ist auch vermerkt, dass die zwei Rettungstransportwagen (RTW) und der eine Notarztwagen, die beim Forster Rettungsdienst stationiert sind, zu der Zeit alle im Einsatz waren. Danach greife der Computer auf die nächstgelegene Rettungsstelle - in diesem Fall Döbern - zurück. Doch auch der dort stationierte RTW sei im Einsatz gewesen, weshalb auf die drittnächste Stelle Cottbus zugegriffen wurde.

Die Cottbuser Retter seien laut dem Lagedienstführer auch in 19 Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort in Forst gewesen. Dies kann Manuel Richter so ungefähr bestätigen.

Seine Kritik am Forster Krankenhaus und an dessen Zusammenarbeit mit Potsdam greift jedoch nicht - da die Lausitz Klinik in dem Falle nicht involviert war und auch nicht sein muss.

Richter bemängelt zudem die angebliche Aussage des Cottbuser Kollegen, dass Cottbus derzeit keinen Helikopter habe. Hierzu erklärt der Lagedienstleiter der Leitstelle Lausitz, dass es in Cottbus gar keinen Rettungshubschrauber gebe, weder beim Rettungsdienst noch am Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum (CTK). "Bei Bedarf stehen uns ein Helikopter in Senftenberg und einer in Bad Saarow zur Verfügung - wenn diese nicht anderweitig im Einsatz sind", so Bernd Wregel.

Er nennt zudem die Möglichkeit, dass sich Privatpersonen mit Nachfragen auch gern schriftlich an die Leitstelle Lausitz in Cottbus und den dortigen Leiter Ingolf Zellmann wenden können. Telefonische Nachfragen seien bei Privatpersonen nicht möglich.

Bei seinem Vater sei ein starker Schlaganfall festgestellt worden, so Manuel Richter. Er befinde sich bei der Schlaganfallüberwachung am Cottbuser CTK.