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| 01:08 Uhr

Krankenhäuser auf Annäherungskurs

Spree-Neisse / Cottbus.. Im Krankenhaus Forst und dem Carl-Thiem-Klinikum Cottbus wird über eine engere Verzahnung beider Häuser nachgedacht. Heute wird der Forster Krankenhaus-Chef Detlef Lischka in Cottbus zu Gesprächen über eine verstärkte Zusammenarbeit erwartet.


„Wir streben eine engere Kooperation an“ , bestätigte die Verwaltungsdirektorin des Carl-Thiem-Klinikums (CTK), Heidrun Grünewald, gegenüber der RUNDSCHAU. Auch der Geschäftsführer des Forster Krankenhauses, Detlef Lischka, äußerte sich positiv. „Wir sind zu jeglichen Gesprächen bereit“ , sagte er. Allerdings sei eine Zusammenarbeit nur denkbar, wenn beide Häuser profitierten.
Sowohl Grünewald als auch Lischka betonten die Gemeinsamkeiten zwischen Cottbus und Forst. Nachdem auch das CTK zur GmbH in Kommunalbesitz umgewandelt wird, haben beide Häuser die gleiche Rechtsform. Auch wollen beide im September das neue Abrechnungssystem DRG (diagnosis related groups) einführen. Das Wort „Fusion“ wollen aber weder Grünewald noch Lischka derzeit in den Mund nehmen.

Personal- und Techniktausch?
Auch zwischen dem Spremberger und dem Forster Krankenhaus sind für die kommende Woche Kooperationsgespräche anberaumt. Bislang machten die beiden Häuser eher durch den Streit um den Erhalt der jeweiligen gynäkologischen Abteilungen von sich reden.
Dieses Denken müsse überwunden werden, forderte Lischka, der auch gerade wiedergewählter Vorstandschef der Landeskrankenhausgesellschaft in Brandenburg ist. Dauerhaft sei auch ein „Südbrandenburg-Krankenhaus“ mit den Standorten Cottbus, Guben, Forst und Spremberg denkbar. Das könne auch einen Austausch von Personal und Technik beinhalten.
Probleme wegen der unterschiedlichen Trägermodelle sieht er nach der beschlossenen Fusion eines städtischen und katholischen Krankenhauses in Potsdam zum 1. Januar 2004 (die RUNDSCHAU berichtete) nicht.

Große Chance Polen
Als weitere große Chance bezeichnete Lischka die Kooperation mit der polnischen Nachbarregion. „In dem Aufbau eines grenznahen Versorgungs-Korridors stecken unheimlich viele Chancen“ , warb Lischka. Auch für diesen Punkt seien Gespräche in Zielona Gora angesetzt.
Zumindest in Sachen Personal ist die Kooperation schon Wirklichkeit: Nachdem bereits seit März zwei polnische Ärzte am Forster Krankenhaus die Personalnot lindern, folgen kommende Woche weitere Vorstellungsgespräche mit Medizinern aus dem Nachbarland, so Lischka. Nach bisherigen Erfahrungen seien die polnischen Kollegen nicht nur sehr gut ausgebildet, sondern hätten auch „sehr gute Umgangsformen“ , lobte Lischka. (klw)