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| 02:35 Uhr

Kosten für Rettungsdienst könnten sich in diesem Jahr verdoppeln

Der Landesrechnungshof hat wieder einige Steuergeldverschwendungen entlarvt.
Der Landesrechnungshof hat wieder einige Steuergeldverschwendungen entlarvt. FOTO: Daniel Reinhardt (dpa)
Spree-Neiße. Jedes Jahr werden die Gebühren für den Rettungsdienst festgelegt. Für 2017 steigen die Pauschalen deutlich an. Die Gründe dafür sind vielfältig und nicht allein mit höheren Löhnen verbunden. Katrin Kunipatz

Obwohl die Zahl der Menschen abnimmt, steigt die Zahl der Rettungseinsätze von Jahr zu Jahr. "Eine einzige Erklärung reicht dafür nicht aus und eine belastbare Erhebung gibt es nicht", sagt Brunhild Krautz. Sie ist die Leiterin des Sachgebietes Rettungsdienst in der Kreisverwaltung. Ein Grund dürfte die älter werdende Bevölkerung sein. Chronische Leiden nehmen zu und regelmäßige Krankentransporte, die ebenfalls ins Aufgabenfeld des Rettungsdienstes fallen, werden nötig. Auch gebe es mehr Krankenhäuser mit Spezialisierungen, die Verlegungen der Patienten nötig machen. Zugenommen hat auch die Zahl von Altenpflegeheimen und betreuten Wohnformen für Jüngere mit Drogenhintergrund oder sozialpsychiatrischen Problemen. Die Betreuungspersonen haben eine entsprechend hohe Fürsorgepflicht und rufen dann den Rettungsdienst. "Das unzureichende Versorgungsnetz des kassenärztlichen Hausnotdienstes ist ein weiterer Grund", so Brunhild Krautz. "Nicht selten fährt der Rettungsdienst zu Bagatellereignissen oder sozial indizierten Einsätzen, die eigentlich keine Rettungsdienstaufgabe sind."

Der Landkreis kalkuliert in diesem Jahr mit Gesamtkosten für den Rettungsdienst von rund 10,8 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist es eine Verdopplung. Grundsätzlich gestaltet der Landkreis die Gebühren für den Rettungsdienst kostendeckend. Im Jahr 2016 gab es aber eine Besonderheit: Eine Rückstellung in Höhe von 1,5 Millionen Euro musste aufgelöst werden, weshalb sich die Gebühren für den Rettungsdienst verringerten.

Der höhere Kostenansatz für 2017 ergibt sich auch aus Tarifsteigerungen für die Angestellten des Rettungsdienstes und der Notärzte. Für dieses Jahr werden die Kosten für die Aus- und Fortbildung von 36 Mitarbeitern zu Notfallsanitätern einkalkuliert. Ab 2020 muss auf jedem Fahrzeug ein Notfallsanitäter sein.

"Die Kosten für Medikamente und Verbrauchsmaterial steigen, weil beispielsweise aus hygienischen Gründen auf Einmal-Gebrauchsgüter umgestellt wird", erklärt die Sachgebietsleiterin. Hineingerechnet werden auch Abgaben für Digitalfunk und die Beteiligung an der Leitstelle. Selbst die Planungskosten für die Rettungswachen Döbern und Peitz sowie die Mittel für die Sanierung bestehender Rettungswachen werden einbezogen. Ausgeglichen wird 2017 außerdem die sich im Jahresergebnis 2015 ergebene Unterdeckung.

So stellt der Kreis für einen Krankentransport 316,80 Euro in Rechnung. 2016 waren es 139,10 Euro und im Jahr davor 203 Euro. Beim Rettungstransportwagen kostet ein Einsatz 527,50 Euro (2016: 257 Euro). Leicht gesunken ist die Einsatzpauschale für den Notarzt von 300 Euro im Jahr 2016 auf 286 Euro in diesem Jahr. Nimmt ein Patient die Hilfe des Rettungsdienstes in Anspruch, übernimmt im Normalfall die Krankenkasse die Kosten. Rettungswachen gibt es in Forst, Guben, Spremberg, Döbern, Peitz, Drebkau und Burg mit 120 Rettungskräften inklusive Auszubildender. Zur Verfügung stehen zehn Rettungstransportwagen, drei Notarzteinsatzfahrzeuge, drei Krankentransportwagen. Als Reserve werden ein Notarzteinsatzfahrzeug und vier Rettungstransportwagen vorgehalten.