„Wir verbuchen in unseren Filialen mehrere tausend Spenden pro Tag“ , berichtet Reinhard Lehmann von der Kreissparkasse Spree-Neiße auf Nachfrage. Erfreulich sei auch, dass die Summen im Vergleich zu anderen Spendenaktionen ungewöhnlich hoch seien. 50 bis 100 Euro zahlen die Kunden im Durchschnitt ein. „Die höchste Spende lag im fünfstelligen Bereich“ , so Lehmann. Auch bei der Dresdner Bank in Forst ist die Zahl der Spender größer als sonst. „Etwa 20 Überweisungen kommen am Tag zusammen“ , schätzt Simone Schwarzenberg.
In vielen Institutionen der Region sammeln die Mitarbeiter gemeinsam Spendengelder ein. Nachdem Bürgermeister Gerhard Reinfeld am Montag zu Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe aufgerufen hatte, stellten auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung einen Spendenbox auf, die momentan durch die verschiedenen Büros wandert. „Die Aktion läuft noch bis Mitte nächster Woche“ , so Rathaus-Sprecherin Susanne Joel. Das Geld soll dann auf ein Spendenkonto eingezahlt werden. Die Mitarbeiter der Stadtwerke Forst haben ihre Sammlung schon abgeschlossen. In der kurzfristig angelegten Spendenaktion kamen 905,65 Euro für das Deutsche Rote Kreuz zusammen.
Auch die Kirchgemeinden in Forst und Döbern folgten den zahlreichen Spendenaufrufen und sammelten während der Gottesdienste. 600 Euro kamen in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde zusammen, 1200 Euro überwies die katholische Gemeinde in Forst an das Hilfswerk der Caritas. „Und die Sternsinger sammeln noch für Thailand“ , fügt Pfarrer Bernhard Walter hinzu.
Kinder sind von der Flutkatastrophe in Asien besonders betroffen. Ihre Altersgenossen in Forst versuchen deshalb mit ungewöhnlichen Ideen ihren Teil zur Spendensammlung beizutragen. Die Theatergruppe der Gosdaer Kinder war gestern in der Grundschule Noßdorf zu Gast und führte noch einmal ihr Weihnachtsspiel „Die Schneekönigin“ auf. Alle Kinder im Publikum mussten 30 Cent Eintritt zahlen. Die Eltern rundeten den Betrag anschließend auf 400 Euro auf.
Die Schüler des Gymnasiums wollen es den Kleinen nachmachen. In den Klassen werden schon eifrig Spenden gesammelt. Nun soll mit einem Benefizkonzert in der Aula zusätzlich Geld eingespielt werden. Am Freitag, 14. Januar, um 19 Uhr treten unter anderem die Schulband und der Chor auf. Der Eintritt ist frei. Die Schüler bitten stattdessen um einen Beitrag in die Spendenbox.
Wo die Jugend so aktiv ist, wollen auch die Senioren nicht zurückstehen. Beim Neujahrscafé in der Begegnungsstätte Weststraße des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fragten die Besucher spontan, ob man nicht eine Spendenliste herumgehen lassen könnte. DRK-Mitarbeiterin Ulrike Heinrich hat den Wunsch der Rentner in die Tat umgesetzt und wird die Spenden beim nächsten Treffen der Kaffeerunde am Mittwoch einsammeln.
Wer noch Geld spenden möchte, hat dazu nach wie vor bei allen Banken Gelegenheit. Das Einzahlen und Überweisen auf ein Hilfskonto ist bei jedem Geldinstitut kostenlos möglich, auch wenn dort kein Konto geführt wird.