Von Margit Jahn

Robert Gläser hat seinen neuen Weg gefunden und folgt ihm geradlinig. Der Sänger und Musiker, der unter anderem 19 Jahre lang Gitarrist der berühmten und beliebten Band Six war, welche sich nach 25 Jahren Bühnenpräsenz im vorigen Jahr aufgelöst hat, brachte inzwischen ein erstes Soloalbum auf den Markt. Zu Beginn des neues Jahres folgt sein zweites Album „Brech aus“.

„Hallo Forst, schön, dass ihr alle da seid!“, lautete seine Begrüßung in der Forster Szenekneipe Manitu knapp eine Woche vor Weihnachten. Ruhig und gelassen sitzen die vier Musiker auf der Bühne, nach den ersten Takten singen die Gäste die Lieder mit, die auf seiner ersten neuen Scheibe zu hören sind. Hier ist eine Fangemeinde vor Ort, die sich mit dem sympathischen Sänger und seiner Band arrangiert und die auch gekommen ist, um gerade hier im kleinen Kreis dem Sänger nahe zu sein und seinen Texten zu lauschen. Für seine tiefgreifenden Texte ist er bekannt, er besingt die ganze Palette des Lebens, stilvoll, leise oder laut – vor allem aber mit Würde. Da wird kein Thema ausgelassen, und gerade das macht ihn besonders menschlich. Man nimmt ihm die Ernsthaftigkeit seiner Themen ab.

Auch auf dem Balkon werden die Hüften zu seinen rhythmischen Titeln geschwenkt. Neben den Liedern seines neuen Albums kündigt er auch alte Titel an. Die Fans wissen das zu würdigen und singen auch da glücklich mit. „Am Abend“ ist eines der alten Lieder aus dem Jahr 2001. „Als Musiker hat man das Privileg, bestimmt Dinge zu verarbeiten, und das habe ich getan“, sagt Robert Gläser. Dann folgt der stille Song „Himmelsgruߓ. Ein sehr emotionaler Moment in der kleinen Fangemeinschaft. Er sagte in einem Interview, dass besonders in einem so kleinen Laden die Herausforderung gut zu sein, eine besondere Aufgabe ist. An diesem Abend schafft er das mit Bravour, schließlich ist er als Musiker, Bassist, Sänger, Komponist und Produzent seit Jahrzehnten ein Profi auf seinem Gebiet. Und überhaupt hat er für so viele Musikerkollegen Titel geschrieben, unter anderem Dirk Zöllner, Thomas Anders, Dirk Michaelis, Angelo Kelly, Bell Book & Candle und unzählige mehr.

„Ich hatte gar keine andere Chance, ich bin in einem Musikerhaushalt groß geworden“, sagte er in einem Interview und meint damit seinen inzwischen verstorbenen Vater Peter Cäsar Gläser, der als Ausnahmekünstler in den Gruppen „Renft“ und „Karussel“ gespielt hat. Mit seinem Bruder Moritz Peter Gläser tourt er mit dem Programm „Apfeltraum“ durch das Land. Cäsars Söhne spielen Cäsars Songs.

„Er ist ein sehr angenehmer Mensch und ein guter Musiker, der viel von seinem Vater gelernt hat“, sagt Manitu-Chef Frank Pfitzmann. Er muss es schließlich wissen, spielte doch „Cäsar“, die Band des Vaters, mit Robert Gläser am Bass des Öfteren im Manitu. Unter den Gästen ist auch der Forster Musiker Wolfgang Dannat, dem besonders die gute Akustik der Band gefällt: „Ohne Drums, nur mit Cajon, und einem sehr guten Gitarristen und ebensolchen Keyboarder.“ Die Stimmung im Manitu ist großartig. Besonders gefallen ihm seine Texte, die „mitten aus dem Leben sind.“ Sein Lieblingslied an dem Abend: „Magie“. Auch Manitu-Gänger Jürgen Hentschel ist da, um Robert Gläser solo zu hören: „Ich war in den 70ern in Greifswald bei Karussel.“ Wie die meisten anderen Gäste auch ist er „erwartungsvoll“. „Ich höre Robert heute das erste Mal, finde ihn toll und bin positiv überrascht“, so sein Fazit nach der ersten Pause.

Die Manitu-Crew bereitet inzwischen fleißig ihr 20-jähriges Bestehen vor, welches 2019 mit vielen Höhepunkten begangen werden soll. Bevor es aber so weit ist, laden sie am 23. Dezember traditionell zum „Rock-Weihnachtskonzert“ ein.