Von Martina Arlt

In einer noch etwas ungewohnten Besetzung war am Samstagabend der Ex-Keyboarder Peter Meyer von den Puhdys mit Musikfreunden aus der hiesigen Region unterwegs. Es hatten sozusagen Spree-Neiße-Kinder und der Puhdy einen gemeinsamen Auftritt in Döbern. Zu diesem Konzertabend lud Martin Tilgner vom Veranstalter UTM-Event ein, der auch für den „guten Ton“ sorgte.

Der heute 79-jährige Meyer war fast 50 Jahre mit der bekannten deutschen Rockband unterwegs, die sich 2016 auflöste. Seitdem tingelt fast jeder Musiker der Band allein „durchs Land“. Doch schon 2016 war Peter Meyer zurück aus seinem Rocker-Ruhestand und gründete das Projekt „Eingehängt – ein Puhdy kommt“. Meyer spielt dabei nicht nur Keyboard, sondern ist auch versierter Musiker mit Saxophon und dem Akkordeon.

Dass sich diese ganz spezielle Besetzung fand, ist nicht unbedingt ein Zufall, denn die Musiker waren sich schon irgendwie bekannt. Nicht nur die ehemalige Puhdy-Besetzung wohnt in Berlin-Rahnsdorf am Müggelsee sehr eng zusammen, auch Frank, Sandra und Melanie haben ihre Heimat dort gefunden. „Mit unserem Projekt bin ich auch sehr oft mit meinem zwölfjährigen Enkel Ludwig unterwegs. Er ist nur heute nicht dabei und spielt ansonsten Keyboard und Schlagzeug. Wir fünf sind ein tolles Team und sind im Jahr circa zu 40 Konzerten auf Tour“, so Peter „Eingehängt“ Meyer.

Frank, Sandra und Melanie stammen aus der Lausitz. Sie sind schon lange Fans von den Puhdys und fühlen sich auch in Berlin in ihrem Wohngebiet sehr wohl.

Zu den größten Fans die Puhdys gehört mit Sicherheit Frank Proft. Er liebt schon immer diese Musik und wollte nun hautnah am „Idol dran sein“. „Wenn ich Frank anrufe und frage, welches Lied von den Puhdys auf welcher Platte oder CD zu finden ist, weiß er das alles“, ist Peter Meyer immer wieder begeistert. So zog der gebürtige Hoyerswerdaer Proft gezielt nach Berlin-Rahnsdorf. Seit 1993 gestaltet er selbst Konzerte und ist in der Musikszene fest verankert. „Seitdem sich die Puhdys offiziell 2016 auflösten, hoffe ich auf eine 50er-Jahre-Tour der Bandmitglieder. Das wäre mein Wunsch, aber ob dieser in Erfüllung geht, steht in den Sternen“, so Frank Proft (Gitarre/Gesang).

Sandra Große stammt aus Spremberg und spielt im Projekt „Eingehängt“ Cajon. Melanie Thron konnte sich derweil schon immer trotz ihrer jungen Jahre für die Musik der Puhdys begeistern. Zu guter Letzt erlernte sie auch noch Bassgitarre und steht heute gern mit Peter Meyer und Co. auf der Bühne.

Frank, Sandra, Peter und Melanie wohnen in Rahnsdorf eng beieinander und haben sich „einfach gefunden“. Ihre Proben finden ab und an im Orwo-Haus in Berlin statt, wo auch andere Bands gern proben. Sehr gern treffen sie sich auch zu ihren regelmäßigen Proben bei Frank Proft in der Küche.

Da Melanie Thron nun direkt in ihrer Heimat den zweistündigen Konzertabend im „Deutschen Haus“ in Döbern absolvierte, gehörte natürlich ihre Familie zu den Gästen. „Dieses Konzert von Melanie wollten wir nicht verpassen. Mit der Musik von den Puhdys sind wir groß geworden. Ich habe Zuhause sehr viel Platten und CDs. Wir unterstützen Melanie immer bei ihrem Vorhaben, wenn es möglich ist“, sagt ihre Tante Doris Thron (64). „Wir erlebten Melanie und Band auch schon in Weißwasser, es war tolle Stimmung. Melanie war auch schon mit den Puhdys unterwegs und brachte Plakate an den Mann. Wenn sie in unserer Gegend spielen, sind wir natürlich dabei“, so ihre Cousine Steffi (43) aus Klein Kölzig.

Neben der Musik gab es in Döbern auf der Bühne eine Talkrunde. „Unsere Auftritte in dieser Besetzung sind sehr entspannt. Die Leute freuen sich, man kommt ins Gespräch. Es gibt heute auch noch eine Autogrammstunde“, so Peter Meyer. Die Band ist zu unterschiedlichen Anlässen zu Gast wie beispielsweise Stadtfesten, Trabi-Treffen oder auch einmal zu einem Rathaus- oder Inselteichfest. Die Fans dürfen gespannt sein, ob es noch „bis zur Rockerrente“ geht.

Wer weitere Konzerte mit Peter „Eingehängt“ Meyer on tour mit Frank Proft & Gästen erleben möchte, sollte sich folgende Termine notieren: 16. Februar – Landsberg; 9. März – Kisdorf bei Hamburg.