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| 02:39 Uhr

Konzepte für neues Licht im "Lampenladen"

Forst. Wird Forst mit seinen vielen Beleuchtungstypen einem "Lampenladen" immer ähnlicher? Oder geht die Stadt einen konsequenten Weg zur Lichtgestaltung und Energieeinsparung? Ein Konzept soll jetzt Licht in Beleuchtungsfragen bringen. Jan Selmons

Risidium, Modena, Iridium - was wie exotische Reiseziele im Ferienkatalog klingt, sind in Wirklichkeit moderne Lampen für die Straßenbeleuchtung. Genau die kommen derzeit in Forst in den Fokus. Denn neben den zahlreichen Straßenbauprojekten werden meist auch die Straßenlaternen erneuert. Zudem steht mit dem Klimakonzept der Stadt die Energieeffizienz auf dem Prüfstand.

Doch warum gibt es eigentlich überall unterschiedliche Lampen - fragen RUNDSCHAU-Leser immer wieder. Im Bauausschuss gab es kürzlich dazu Diskussionen: Forst erinnere mit seiner Vielfalt von Beleuchtungskörpern an einen Lampenladen, so der Stadtverordnete Reiner Kliche (SPD). Er fordert ein Konzept und die Vereinheitlichung von Lampen in Forst. Anlass der Diskussion war die Vorstellung von Gestaltungsplänen am Kegeldamm. Dort tauchte eine neue geschwungene Lampe auf.

"Es gibt derzeit ein Umdenken im Zusammenhang mit der Straßenbeleuchtung", erklärt Dieter Urbitsch vom Fachbereich Bauen. Die Beleuchtung wird stärker ein Element der Stadtgestaltung. Zudem habe sich der Stand der Technik in den vergangenen Jahren dramatisch geändert, so Urbitsch. Beispiel: LED-Technik. Laut einer Untersuchung der Stadt ist es möglich, mit unterschiedlichen technischen Kniffen und neuen LED-Lampen viel Energie einzusparen. Im Klimakonzept der Stadt ist von bis zu 30 Prozent als gesetztes Ziel die Rede.

Doch der Umbau ist aus technischen Gründen gar nicht so einfach. LED-Leuchten in die alten Lampen einzubauen, ist nach Angaben Urbitsch in den meisten Fällen nicht möglich. Zudem gebe es viele alte Lampen gar nicht mehr. Und Urbitsch argumentiert: "Grundsätzlich muss natürlich der Bürger die Technik bezahlen. Da kann ich nicht Sachen bauen, die nicht mehr Stand der Technik sind." Deshalb muss mit der neuen Technik gearbeitet werden. Allerdings weist auch Kegeldamm-Planer Siegfried Reibetanz darauf hin, dass bei der Planung danach geschaut worden sei, was sich in der nächsten Nähe für Lampen befinden, um keinen zu heftigen Gestaltungsbruch zu haben. Stadtplanerin Angelika Geisler erklärt zudem, dass auch bei der weiteren Gestaltung in der Mühlenstraße die gleichen Lampen wie am Kegeldamm genutzt werden sollen.

Auch bei der Auswahl der Lampen in Quartieren werde mit Fingerspitzengefühl verfahren, argumentiert Urbitsch. "Wenn eine Lampensorte schon bei sieben Straßen im Quartier genutzt wird, dann wird die möglichst auch verbaut, wenn dort die letzten zwei Straßen gemacht werden", so der Fachbereichsleiter Bauen. Das gelte auch, wenn die Lampe nicht mehr dem aktuellsten Stand der Technik entspreche.

Wegen der nötigen Beschlüsse für die Gestaltung der Innenstadt will die Stadtverwaltung nun ein Lichtkonzept vorlegen.

Zum Thema:
Im Zuge des Klimakonzeptes wurden die zehn Schaltstellen für die Beleuchtung in der Innenstadt aufgenommen und energetisch bewertet. Mehrere Methoden sollen laut Konzept für Energie-Einsparung angewendet werden. Konsequente Umstellung auf LED-Technik.Einsatz von LED-Technik in alte Lampen, falls das technisch möglich ist. Änderung des derzeitigen Betriebsregimes.