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Konzept für Schulzentrum steht

Die praxisorientierte Oberschule "Germanus Theiss" in Döbern besuchen 280 Schüler. Dort gibt es 27 Lehrer.
Die praxisorientierte Oberschule "Germanus Theiss" in Döbern besuchen 280 Schüler. Dort gibt es 27 Lehrer. FOTO: Katrin Kunpatz
Döbern. Der Konzeptentwurf für das geplante Schulzentrum in Döbern liegt den Mitgliedern des Amtsausschusses vor. Innerhalb von vier Monaten hat es der Schulträgerausschuss erstellt. Katrin Kunipatz

Dessen Vorsitzender Jörg Rakete ist allen Beteiligten dankbar, dass sie das Tempo mitgezogen haben.

Das 42 Seiten starke Dokument beschreibt, wie das gemeinsame Lernen im neuen Schulzentrum Döbern ab dem Schuljahr 2018/19 ablaufen soll. Von der Einschulung bis zum Schulabschluss könnten die Schüler am Standort Döbern bleiben. Ein Auswahlverfahren beim Wechsel in die siebte Klasse wäre nicht mehr nötig. Das Konzept sieht vor, Schüler bereits ab der Jahrgangsstufe sechs am Standort der bisherigen Oberschule zu unterrichten. Vor allem der naturwissenschaftliche Unterricht könne dann in den entsprechenden Fachkabinetten angeboten werden.

Die etablierten pädagogischen Grundlagen beider Schulen sollen im neuen Schulzentrum weiter ausgebaut werden. Flexklassen in den Jahrgangsstufen eins und zwei, die individuelle Förderung aller Schüler und die seit fünf Jahren an der Grundschule gelebte Inklusion bleiben Programm. Ziel ist die Barrierenfreiheit im gesamten Schulkomplex. In der Sekundarstufe I - der bisherigen Oberschule - lernen die Schüler weiter im Klassenverband und sollen sie entsprechend ihren Neigungen in den Fächern Mathe, Englisch, Deutsch und Physik vertiefenden Unterricht wählen können. Erhalten bleiben auch bestehende Kooperationen mit Praxispartnern sowie die Berufs- und Studienorientierung der Schüler.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Schulsozialarbeit. Aktuell gibt es einen Bildungssozialarbeiter, der an zwei Tagen in der Schule ansprechbar ist. Der Bedarf sei jedoch deutlich größer, dokumentiert der Konzeptentwurf. In Döbern und besonders bei Schülern steigt seit einigen Jahren - entgegen dem Trend im Landkreis - die Zahl der Sozialhilfe-Empfänger. Hilfen zur Erziehung werden von deutlich mehr Menschen im Amt Döbern-Land in Anspruch genommen. Deshalb solle man das Schulzentrum als Chance begreifen, mit einer angemessenen Zahl sozialpädagogischer Mitarbeiter - einer für 200 Schüler - gegenzusteuern, heißt es im Konzeptentwurf. Für rund 600 Schüler am Schulzentrum wären rechnerisch drei Stellen wünschenswert.

Organisatorisch sind im Schulzentrum einige Anpassungen nötig. Aktuell starten die Grundschüler um 8.15 Uhr und die Oberschüler um 8.10 Uhr. Der Schulbeginn soll "harmonisiert" aber nicht vorverlegt werden. Der Ganztagsunterricht erlaubt es, auch in der Grundschule eine 60-minütige Mittagspause einzurichten. Essen und Schülerbeförderung würden so entzerrt.

Offen bleibt im Konzept, wie die bauliche Lösung für das neue Schulzentrum aussehen kann. Klar ist: An beiden Schulgebäuden gibt es enormen Investitionsbedarf. Selbst wenn die sechsten Klassen an der Oberschule unterrichtet werden, müssten dort vier zusätzliche Räume entstehen. Das 1974 errichtete Grundschulgebäude muss energetisch und brandschutztechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Die jetzige Oberschule ist nicht barrierefrei. Der Konzeptentwurf befürwortet den Anbau an der Oberschule, so entstünde ein echtes Schulzentrum. Die Gemeinde muss dazu Grundstücke erwerben, braucht aber nur an einem Standort zu investieren. Die zweite Möglichkeit sieht vor, beide Schulstandorte entsprechend den Anforderungen zu sanieren und zu erweitern.

Der Amtsausschusses Döbern-Land tagt am Montag, 13. Februar, 19 Uhr öffentlich im Schulungsraum der Feuerwehr Döbern und wird unter anderem über diesen Konzeptentwurf für das Schulzentrum sprechen. Stellungnahmen der Schulkonferenzen, des Kreises und der Schulverwaltung wurden bereits eingeholt und im Schulträgerausschuss erörtert. Eine Entscheidung muss schnell getroffen werden, um Fördermitteln für die Sanierung und Erweiterung der Gebäude beantragen zu können. Ohne Fördermittel ist eine Umsetzung des Projektes nicht möglich.