Er hatte keinen Ausweis bei sich, dafür auf der Ladefläche seines Kleintransportes 200 Kartons mit brisantem Inhalt: Zöllner haben auf der Autobahn 15 an der Anschlussstelle Forst ein Fahrzeug mit französischem Kennzeichen zur Kontrolle herausgewunken und dabei einen großen Fang gemacht. Der Fahrer, so informierte das Hauptzollamt Frankfurt (Oder) am Dienstag, konnte sich gegenüber den Zöllnern nicht ausweisen. Die Verständigung mit ihm erfolgte in französischer Sprache. Auf Befragen habe er weder Tabakwaren noch andere Waren angemeldet.

Marihuanamühle und 200 Kartons Zigaretten in Kleintransporter gefunden

Bei der Kontrolle der Fahrerkabine fanden die Zöllner schließlich eine Marihuanamühle mit Anhaftungen. Anschließend sei der Laderaum geöffnet worden. Dieser sei komplett mit Kartons gefüllt gewesen. „Bereits beim Öffnen des ersten Kartons wurden Zigaretten ohne Steuerbanderole und mit englischen Warnhinweisen sichtbar“, so Zoll-Sprecherin Astrid Prinz. Schließlich seien in allen 200 Kartons Zigaretten gefunden worden.
Insgesamt wurden laut Zoll eine Million Zigaretten beschlagnahmt. Der Steuerschaden beträgt rund 170 000 Euro.
Gegen den Kraftfahrer sei ein Steuerstrafverfahren eingeleitet worden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Cottbus wurde durch das Amtsgericht Cottbus Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Ähnlicher Coup gelang im vergangenen Jahr

Die weiteren Ermittlungen zum Sachverhalt hat das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg. Diese dauern zurzeit noch an.
Der letzte Fund in einer ähnlichen Größenordnung ist dem Zoll nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in Frankfurt (Oder) gelungen. Damals seien sogar rund zwei Millionen Zigaretten sichergestellt worden.