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| 17:18 Uhr

Gewalt in der Schule?
Kontaktverbot für Schulleiter in Forst

Die Anklage gegen die Schulleiter liegt beim Cottbuser Amtsgericht.
Die Anklage gegen die Schulleiter liegt beim Cottbuser Amtsgericht. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Forst. Der Leiter der Forster Archimedes-Grundschule musste eine Erklärung unterschreiben, die ihm den Umgang mit den Schülern verbietet. Von Jan Siegel und Christian Taubert

Der Schulleiter, Lehrer und Trägervertreter der Archimedes Grundschule Forst (Spree-Neiße) Daniel B. wird mit sofortiger Wirkung keinen Kontakt mehr zu den Schülern der Schule haben. Das teilte das Potsdamer Bildungsministerium, als oberste Schulaufsichtsbehörde am Freitagabend mit.

Der Schulleiter habe am Freitag eine entsprechende Erklärung unterschrieben. Damit sei sichergestellt, „dass zu Unterrichtsbeginn nach den Herbstferien die seelische und körperliche Unversehrtheit der Schülerinnen und Schüler gewahrt ist“, heißt es in der Mitteilung aus dem Ministerium.

Die Erklärung ist das Ergebnis einer Zusammenkunft am Freitag, an dem neben dem Bildungsministerium auch Vertreter des Staatlichen Schulamts Cottbus teilgenommen hatten.

Eltern hatten den Schulleiter Archimedes-Grundschule in Forst angezeigt. Inzwischen gibt es auch eine Anklageschrift der Cottbuser Staatsanwaltschaft, die der RUNDSCHAU vorliegt. Das Amtsgericht in Cottbus hat die Anklage zugelassen. Die Anklageschrift mit dem Vorwurf, während des Unterrichts Körperverletzung an Kindern begangen zu haben, liegt seit Mitte Mai 2018 beim Amtsgericht Cottbus vor.

Die Rede ist von Schlägen auf den Hinterkopf, die zum gängigen Umgang des Schulleiters gehört haben sollen. Vorgeworfen werden dem Mann auch ein Tritt ins Gesäß, das Ziehen am Ohr und eine heftige Backpfeife. Das alles soll zu den „Erziehungsmethoden“ des Leiters der Grundschule gehören. Die Kinder hätten infolgedessen über Kopfschmerzen, Rötungen der Wange, ein Hämatom am Auge geklagt. Dagegen hatten sich Eltern der betroffenen Schüler zur Wehr gesetzt und schließlich die Anzeige erstattet.

Wegen terminlicher Überlastung des Gerichts, könne aber wohl erst Anfang 2019 über den Fall des Schulleiters verhandelt werden.

Die Staatsanwaltschaft Cottbus wirft dem beschuldigten Schulleiter Daniel B. in ihrer Anklage insgesamt 20 solcher körperlichen Übergriffe vor. Ereignet haben sollen sich die Fälle in den Jahren 2015 bis 2017.

Der Schulleiter widerspricht den Darstellungen. Sein Anwalt wollte sich bisher nicht äußern.

Die Archimedes-Grundschule ist eine sogenannte Ersatzschule. Diese Schulen sind keine staatlichen Schulen, sondern werden von einem freien Träger geführt. Sie haben eine Genehmigung des Brandenburger Bildungsministeriums.