Die Südbrandenburger Wirtschaft kommt nach dem Corona-Schock langsam wieder in Bewegung. Darauf deutet die Sommer-Konjukturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus hin. Nachdem der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen im März noch bei minus 21 Prozentpunkten lag, ist er auf aktuell plus zwölf Prozentpunkte gestiegen.

Ein nachhaltiger Aufschwung ist in Südbrandenburg nicht in Sicht

Allerdings ist damit noch kein nachhaltiger Aufschwung eingeleitet. Vor allem, weil ein großer Teil der Unternehmen künftig mit schlechteren Geschäften rechnet. So liegt der Saldo aus günstigen und ungünstigen Erwartungen immer noch bei minus 16 Prozentpunkte.
Wobei die Situation je nach Branche sehr unterschiedlich bewertet wird. Getragen wird die positive Geschäftslage vor allem von der Bauwirtschaft. Hier berichten 51 Prozent der Betriebe von einem guten Geschäftsverlauf. Die Auftragsbücher sind noch gut gefüllt und coronabedingte Einschränkungen trafen die Branche nur geringfügig.

Die Stimmung in der Südbrandenburger Industrie hat sich verbessert

Die Stimmung in der Industrie hat sich ebenfalls verbessert. Allerdings sind die Einschätzungen hier sehr differenziert. Vor allem Lieferanten für das Baugewerbe und Teile der Lebensmittelindustrie konnten ihre Umsätze erhöhen.
Dagegen leiden insbesondere Zulieferer für die Autoindustrie und exportorientierte Unternehmen unter der weltwirtschaftlich angespannten Situation. Das Dienstleistungsgewerbe und der Handel verzeichnen im Durchschnitt eine bessere Lage. Allerdings bangen viele privatbezogene Dienstleister und Einzelhändler auch um ihre Existenz. Am stärksten von der Corona-Krise ist weiter die Tourismusbranche betroffen.
Inzwischen nehmen auch die Investitionsabsichten wieder zu. Die Mittel sollen vor allem der beschleunigten Digitalisierung, für Modernisierungsmaßnahmen und zur Entwicklung neuer Produkte dienen.