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| 17:18 Uhr

Forst
Kompetenzzentrum gibt den Sammlern viel Raum

Sammler Jörg Pazzig (r.) beim Stöbern in der Briefmarkensammlerbörse in Forst.
Sammler Jörg Pazzig (r.) beim Stöbern in der Briefmarkensammlerbörse in Forst. FOTO: Margit Jahn
Forst. Briefmarkenfreunde bitten zum Tauschen und Kaufen.

Alte Schätze wollen liebevoll und im würdigen Rahmen präsentiert werden. Sie haben schließlich Geschichte zu erzählen. Die Frühjahrs-Sammlerbörse der Forster Briefmarkenfreunde fand erstmals im Forster Kompetenzzentrums statt. Alte Ansichtskarten der Stadt, Briefmarken und Münzen lagen bereit, sie konnten getauscht oder erworben werden. Ingrid Remane geht seit 1958 ihrer Sammelleidenschaft nach, und hat viele DDR-Postkarten von Forst vor sich liegen. Aussteller Hans Joachim Schulz ist seit zehn Jahren im Verein. Er interessiert sich für Ansichtskarten, die alte Postgeschichte sowie Sonderstempel zu besonderen Anlässen. Seine älteste Ansichtskarte ist von 1900. Lieblingsexponate habe er nicht, weil „es so viele schöne Dinge gibt“, erklärt er.

Jürgen Grumbt, Vorstandsvorsitzender der Forster Philatelisten, erzählt von der Geschichte des Vereines. 1904 sei er gegründet worden. Bis 1945 waren die Mitglieder aktiv. Die Pause danach dauerte Jahrzehnte. Erst 1990 wurde er wieder neu gegründet. Der Sammeltreff soll ein Austausch für das Vereinsleben sein, und Grumbt schwärmt vom neuen Raum. „Hier gibt es ideale Verhältnisse, der Raum ist nicht nur groß, sondern auch hell und ebenerdig. Und ausreichend Parkplätze haben wir hier auch“. Das Kompetenzzentrum Forst hat ihn den Briefmarkenfreunden zur Verfügung gestellt.

Jürgen Grumbt selbst arbeitet seit geraumer Zeit am Buch „Forster Postgeschichte“, welches im ersten Entwurf zur Ansicht bereit liegt. Von 1709 bis 2016 soll die Forster Geschichte dargestellt werden. Auszüge daraus gab es schon vorab im Forster Jahrbuch des Museumsvereines zu lesen.

Auf die Frage nach den ältesten Schätzchen blättert Grumbt in seinem Album und zeigt die Briefmarken „Altdeutsche Staaten“ aus Baden, die von 1851 bis 1858 datiert sind. Jeder Sammler träume von besonderen Exponaten, erklärt Grumbt mit einem kleinen Lächeln, aber „wir brauchen auch den Mut zur Lücke“. Jörg Pazzig ist ebenfalls so ein Schatzjäger. Ihm hat es die alte Geschichte von Forst angetan. „Manche Menschen wissen gar nicht, welche Schätze sie zu Hause oder auf dem Boden haben.“ Er schaut immer wieder vorbei, kann aber heute beim Stöbern nichts Neues entdecken. Vielleicht beim nächsten Mal.