Von Steffi Ludwig

Noch keine endgültigen Ergebnisse haben für die Forster Stadtverordnetenversammlung bis 23.30 Uhr vorgelegen. Nach der Auszählung von 13 der 28 Stimmbezirke erreichte die AfD 29,1 Prozent der Stimmen vor der CDU mit 17,0 Prozent und der Linken mit 15,0 Prozent. Die Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Forst“ erreichte beim Zwischenergebnis kurz vor Mitternacht 13,1 Prozent der Stimmen, gefolgt von der SPD mit 12,3 Prozent. Die FDP errang bis dahin 7,2 Prozent der Stimmen.

Punkt 18 Uhr hatte es begonnen, das große Auszählen der vier Stimmzettel pro Wähler. Mancher hatte bei seinem Wahlgang in Forst bis zu 30 Minuten im Wahllokal anstehen müssen: Denn gewählt wurden neben Europaparlament, Kreistag und Stadtverordnetenversammlung auch noch die Ortsbeiräte.

Im Forster Rathaus waren am Abend die vier Briefwahlvorstände zusammengekommen. Bereits 15 Uhr hatten sie die Gültigkeit der Stimmzettel kontrolliert und mit Schlag der Stadtkirche St. Nikolai mit dem Zählen begonnen. Die beiden Standesbeamtinnen Annett Luser und Steffi Landsberg, Schulsozialarbeiterin Kersten Kubisch, Britta Dunkel-Linge aus dem Bürgerservice, Thao Nhi Jenny Martin aus der Schulverwaltung und Bürger Steven Bekmann, der sich als Wahlhelfer gemeldet hatte, bildeten hier ein Team und zählten die Stimmen aus 461 Umschlägen.

Nachdem die Wahlergebnisse mit leichter Verzögerung erst kurz vor 18.30 Uhr online auf der Forster Homepage zu verfolgen waren, liefen zunächst die Zahlen der Europawahl ein, Wahlbezirk nach Wahlbezirk, rund eine Stunde später dann die für die Kreistagswahl. Jeweils lag die AfD vor CDU und SPD, zum Teil mit deutlicher Höhe.

Kurz nach 20.30 Uhr war dann der erste Wahlbezirk für die Stadtverordnetenversammlung ausgezählt. Auch hier lag die AfD mit 26,5 Prozent vorn, die CDU – bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren noch Wahlsieger – hatte in diesem Wahllokal nur 9,3 Prozent erreicht. Nach fünf Wahllokalen waren es gegen 22 Uhr dann schon 13 Prozent. Die Forster CDU, die sich wie seit Jahren in der Freizeit- und Saunawelt „Am Waldgürtel“ getroffen hatte, war laut Fraktionsvorsitzendem Jens-Holger Wußmann noch recht gelassen. „Da kann sich in den nächsten Stunden noch einiges ändern“, so Wußmann.

Die erstmals zur Forster Stadtverordnetenversammlung angetretene AfD verfolgte die Ergebnisse im Hotel „Rosenstadt“. Die Ergebnisse sähen bisher „sehr vielversprechend“ aus, sagte Konstantin Horn. „Wir warten jedoch auf das endgültige Ergebnis.“

Die Linken beobachteten den Wahlabend in ihrer Geschäftsstelle. Die Stimmung sei laut Ortsvorsitzender Cornelia Janisch „ganz gut“, da es auf Kreis- und Stadtebene bisher nicht ganz so schlecht aussehe. Doch waren bis dahin erst drei Wahllokale für die SVV ausgezählt. Bei der Europawahl sei das Ergebnis für die Linke jedoch wie erwartet nicht gut, sagte Cornelia Janisch.

Die SPD verfolgte die Wahl im Gasthof „Zum Weißen Roߓ. Die Partei lag gegen 23.15 Uhr in der Rangfolge auf dem fünften Platz der Parteien, 2014 war es noch der dritte Platz gewesen. Dass die AfD so viele Stimmen bekommen hat, sei erschreckend, so Ortsvereinsvorsitzender Hermann Kostrewa. Auf der Kommunalebene sei dieses Ergebnis nicht durch schlechte Sachpolitik zu erklären, findet er.

Thomas Engwicht, zum ersten Mal mit der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Forst“ angetreten, freute sich gegen 22.15 Uhr im Pavillon Genuss & Kunst über das Ergebnis des Wahllokals Gemeindezentrum Briesnig: Denn da hatte seine Wählergemeinschaft mit 26 Prozent vor der AfD gelegen, die hier 24,5 Prozent errang. Was die Auszählung letztlich bringe, werde man Montag sehen.

Das endgültige Wahlergebnis für die Stadtverordnetenversammlung und die Ortsbeiräte stellt dann der Wahlausschuss am Dienstag um 17 Uhr Rathaus Lindenstraße, Sitzungsraum 204, öffentlich fest.