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| 17:20 Uhr

Kommunalwahl
Im Stadtparlament sind 16 neue Gesichter

 Die Machtverhältnisse in der Forster Stadtpolitik ändern sich. Im Rathaus ist die Verwaltung auf Entscheidungen der Stadtverordneten angewiesen. Die spannende Frage: Finden sich Mehrheiten? 
Die Machtverhältnisse in der Forster Stadtpolitik ändern sich. Im Rathaus ist die Verwaltung auf Entscheidungen der Stadtverordneten angewiesen. Die spannende Frage: Finden sich Mehrheiten?  FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Die CDU verliert in Forst ihre Favoritenrolle an die AfD. Von Steffi Ludwig

Kurz vor sechs Uhr am Montagmorgen hatten die 170 Wahlhelfer in Forst die letzten Stimmzettel ausgezählt, und der brandenburgweite Trend zeigt sich auch in der Forster Stadtverordnetenversammlung. Die AfD wird mit 30 Prozent der Stimmen stärkste Kraft und wird acht der 28 Sitze belegen. Die CDU, vor fünf Jahren mit 34,3 Prozent Favorit, erreichte nur noch 16,8 Prozent und damit fünf statt neun Sitze.

Damit ist klar: Die Stadtverordnetenversammlung wird eine ganz neue Zusammensetzung haben. Nur noch zwölf der bisherigen Stadtverordneten werden wieder ins Parlament einziehen, 16 Abgeordnete sind neu. „Wir hatten natürlich mehr Mandate erhofft, aber wir sind froh, trotz allem zweitstärkste Partei geworden zu sein“, sagte Jens-Holger Wußmann (CDU). „Wir werden mit der AfD zusammenarbeiten, respektieren den Wählerwillen. Aber wir sehen die AfD auch in der Pflicht, sachlich zu arbeiten.“ Nur auf Protest zu gehen, sei zu wenig. Die AfD wünsche sich auch ausdrücklich eine Zusammenarbeit mit den anderen Parteien, sagt Konstantin Horn. „Wir wollen mit unseren Abgeordneten unter anderem geballte Fachkompetenz in das Thema Wirtschaft, also Ansiedlung von Gewerbe und Stärkung der Unternehmen, stecken.“ Mit den 30 Prozent Stimmen sei die AfD sehr zufrieden. „Den anderen 70 Prozent wollen wir vorleben, dass sie uns auch vertrauen können“, so Horn.

Auf eine möglichst konstruktive Zusammenarbeit mit der AfD hoffen auch die Linken, die nun statt sechs nur noch vier Sitze haben werden. „Wir sind enttäuscht, aber wir werden unseren Wählerauftrag mit sozialen Themen bestmöglich erfüllen“, so Cornelia Janisch. Auch die SPD, die statt bisher fünf nur noch vier Sitze hat, setzt auf sachliche Zusammenarbeit mit allen Abgeordneten, um möglichst viel Positives für Forst zu erreichen, so Hermann Kostrewa. Die FDP hat statt bisher drei jetzt zwei Sitze. Aus dem Stand auf 13,3 Prozent ist die Wählergruppe „Gemeinsam für Forst“ gekommen. „Wir werten das Ergebnis als deutlichen Auftrag an alle gewählten Gruppen, die Arbeit der Stadtverordnetenversammlung zu verbessern“, so Thomas Engwicht. Die Gruppe werde eine Fraktion gründen und sich auf die konstituierende Sitzung am 25. Juni vorbereiten. Ebenfalls neu dabei sind Bündnis 90/Die Grünen mit Abgeordnetem Robert Schichor. Nicht gereicht hat es für die Wählergruppe „Bürger für die Lausitz“ (Klinger Runde), die Piraten und Einzelkandidat Helmut Fleischhauer. „Ich bin nicht gewählt, aber ich hatte mit 277 Stimmen immerhin mehr Stimmen als vier Kandidaten, die es in die Stadtverordnetenversammlung geschafft haben“, so Fleischhauer.

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Logo Wahlen 2019 FOTO: LR / Janetzko, Katrin