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| 14:25 Uhr

Entschluss nach 14 Jahren
Klinger See soll mit Wasser der Tranitz geflutet werden

 Der Klinger See – bis 2027 soll er geflutet sein. Dabei soll eine gezielte Fremdwasserflutung aus der Tranitz behilflich sein. Unklar ist jedoch, wodurch in Zukunft für Wasser in den Klinger Teichen gesorgt werden soll.
Der Klinger See – bis 2027 soll er geflutet sein. Dabei soll eine gezielte Fremdwasserflutung aus der Tranitz behilflich sein. Unklar ist jedoch, wodurch in Zukunft für Wasser in den Klinger Teichen gesorgt werden soll. FOTO: Michael Galle
Klinge/Gosda. Wie der Klinger See (Gemeinde Wiesengrund) geflutet wird, steht fest. Nach 14 Jahren gibt es einen Beschluss. In die verhaltene Freude der Klinger mischen sich auch einige Sorgen. Von Katrin Kunipatz

Der Klinger See soll schnellstmöglich geflutet werden. So steht es im entsprechenden Beschluss, den das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) im Oktober vergangenen Jahres gefasst hat. Ortsvorsteher Dieter Stodian ist grundsätzlich froh über den Abschluss des Planfeststellungsverfahrens. Immerhin wird seit 14 Jahren über die Flutung des Klinger Sees gesprochen worden, der ursprünglich im Jahr 2021 gefüllt sein sollte.

Bis 2027 soll Klinger See gefüllt sein

Als neuen Termin für das Erreichen des Endwasserstandes werde seitens der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) das Jahr 2027 genannt, teilt Stodian in der Sitzung des Ortsbeirats Gosda mit. Geschafft werden soll dies zusätzlich zum natürlichen Grundwasseranstieg durch eine gezielte Fremdwasserflutung aus der Tranitz. Auf diesem Wege kann schnell eine relativ normale Wasserqualität erreicht werden.

Im Fall der ausschließlichen Flutung mit Grundwasser würden sich erst über einen längeren Zeitraum neutrale Wasserverhältnisse einstellen, heißt es im Planfeststellungsbeschluss. Jedoch würde die Flutung entsprechend der Analyse des LBGR bis zum Jahr 2050 dauern. Der erreichte Endwasserstand würde rund 2,5 Meter über dem ursprünglich geplanten liegen. Die hat zur Folge, dass in den Randbereichen des Klinger Sees der Boden deutlich nasser würde. Während der langwierigen Flutung müssten die Böschungen des Restlochs gegen Erosion geschützt werden.

Deshalb gibt der Planfeststellungsbeschluss der zweiten Variante den Vorzug. Diese sieht vor, dass über ein noch zu errichtendes Einlaufbauwerk Wasser aus der Tranitz in den Klinger See geleitet wird. Außerdem soll der Klinger See einen Abfluss erhalten, der das Wasser in die Tranitz zurückleitet. Durch die Möglichkeit der Zu- und Ableitung des Wassers soll der Wasserstand bis 2027 auf das geplante Niveau angehoben und danach auf diesem Niveau gehalten werden.

LMBV klagt gegen den Planfeststellungsbeschluss

Sorgen bereiten Ortsvorsteher Dieter Stodian noch zwei Dinge. Zum einen klagt die LMBV gegen den Planfeststellungsbeschluss. Wie Uwe Sell, Abteilungsleiter Braunkohlen- und Sanierungsbergbau beim LBGR, bestätigt, richtet sich die Klage gegen die Übertragung der Unterhaltungslast für den Klinger See an die LMBV und die Erhaltung der Klinger Teiche als Feuchtbiotop. Gregor Nocon, Pressesprecher beim Verwaltungsgericht Cottbus, bestätigt den Eingang der Klage. Verhandelt würde darüber in den nächsten Jahren jedoch nicht. „Im Moment bearbeiten die Cottbuser Verwaltungsrichter Klagen aus dem Jahr 2014“, erklärt Nocon.

Jedoch hat die Klage im Fall des Klinger Sees keine aufschiebende Wirkung. „Es ist die sofortige Vollziehung der Planfeststellung angeordnet“, erklärt Sell vom LBGR. „Die Klage hat keine Auswirkungen auf den Beginn der Zuleitung.“ Seiner Kenntnis nach werde derzeit die Ausführungsplanung für die nötigen Baumaßnahmen erarbeitet.

Sorge um Bestand der Klinger Teiche

Unklar ist, mit welchen Maßnahmen in Zukunft für Wasser in den Klinger Teichen gesorgt werden soll. Im Moment haben die aus ehemaligen Tongruben entstandenen Teiche keinen Grundwasseranschluss. Sie werden über Filterbrunnen mit Wasser versorgt, die mit dem Ende des Tagebaus verschwinden werden. Schon jetzt schwankt der Wasserstand, berichten die Klinger Einwohner. Sie befürchten, dass die als Angel- und Badegewässer genutzten Teiche trocken fallen könnten. Der Planfeststellungsbeschluss bestimmt, dass nachteilige Auswirkungen auf die Klinger Teiche vermieden werden sollen und Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erforderlich sind. Jedoch wendet sich die LMBV in ihrer Klage gegen diesen Aspekt.