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| 17:15 Uhr

Historisches Stück verschwindet
Klinger entsetzt über Diebstahl ihrer Gutsglocke

Klinge. Verein hofft, dass historisches Objekt wieder auftaucht. Von Katrin Kunipatz

(kkz) Gestohlen wurde die alte Gutsglocke von Klinge in der Nacht von Donnerstag zu Freitag vergangene Woche. Dies bestätigt Sonja Schutt gegenüber der RUNDSCHAU. „Vor allem die alten Klinger sind völlig entsetzt“, sagt die Vorsitzende des Heimatvereins Klinge. Die Glocke hing seit fast zehn Jahren in einem vier Meter hohen hölzernen Glockenturm, der gleichzeitig Aussichtspunkt am Klinger See ist. Täglich um 12 und um 18 Uhr erklang ihr Läuten. „Noch am Donnerstagabend habe ich sie gehört“, so Sonja Schutt. Gemeindearbeiter entdeckten am Freitagmorgen den Verlust und informierten den Ortsvorsteher, die Polizei und den Heimatverein. Noch am gleichen Tag sei die Kripo zur Spurensicherung in Klinge gewesen. Während die Polizei den Wert der Glocke mit rund 11 000 Euro beziffert, sagt die Vereinsvorsitzende: „Es handelt sich um ein geschichtsträchtiges Objekt, an dem viel Herzblut hängt.“

Die Klinger Gutsglocke ist über 360 Jahre alt. Entsprechend ihrer Inschrift wurde sie im Jahr 1655 hergestellt. 1987, als der Ort dem Braunkohlentagebau weichen sollte, wurde die Glocke an das evangelische Seniorenzentrum „Herberge zur Heimat“ in Guben übergeben. Der 1998 gegründete Heimatverein holte das historische Stück 2004 zurück nach Klinge. Die Gubener erhielten als Ersatz eine neue Glocke, deren Guss über eine Spendensammlung finanziert wurde.

Zu sehen war die Glocke im neuen Glockenturm in Klinge nicht, betont Sonja Schutt. Außerdem habe der Verein verschiedene Vorkehrungen getroffen, um einen Diebstahl zu verhindern. Aber alle seien ausgeschaltet oder zerstört worden. „Es ist niederträchtig und gemein“, so Schutt. In dieser Woche will der Heimatverein über weitere Schritte beraten. „Wir hoffen, dass die Glocke wiedergefunden wird“, sagt die Vereinsvorsitzende.