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| 18:30 Uhr

Forst
Kleine Leckerbissen für „Schaffner“ und Co

Julia Woznicka hockt vor dem Zwinger von „Moni“und verteilt ein paar Streicheleinheiten, die „Moni“ aus ganz still am Gitter sitzen lässt.
Julia Woznicka hockt vor dem Zwinger von „Moni“und verteilt ein paar Streicheleinheiten, die „Moni“ aus ganz still am Gitter sitzen lässt. FOTO: Margit Jahn
Forst. Zu einem kleinen vorweihnachtlichem gemütlichen Beisammensein hat am Sonnabend das Forster Tierheim eingeladen. Keiner kam mit leeren Händen.

Es wurde für die „Tierweihnacht“ vorab um eine kleine Spende gebeten, entweder in Futterform, oder noch besser in finanzieller Zuwendung. Kein Besucher kam mit leeren Händen. Aber  schon am Vortag sind die ersten Spenden eingegangen, weil nicht alle am Sonnabend dabei sein konnten, so Tierheimleiterin Karen Schulze. Mit Kuchen, heißer Suppe und selbstgemachten Salaten wurden die Besucher empfangen, die am Ende 700 Euro an Spenden zu Gunsten des Tierheimes mitbrachten.

Der dichte Flockentanz hüllte passend zur Tierweihnacht eine weiße Schicht über das weitläufige Gelände des Heimes am Pferdegarten. Im ersten Zwinger am Eingang saß der siebenjährige „Bello“ und sah sich ganz ruhig die herbeiströmenden Besucher an. So unscheinbar er auch wirkt: Er ist bissig und ist das persönliche Pflegekind von Karen Schulze. Der „Russe“ wurde in den Spreewald vermittelt und ist seit zwei Jahren im Forster Tierheim. Viele Tiere dort haben schwere Schicksalsschläge hinter sich.

DIe Tierheimbetreuer machten Führungen mit allen interessierten Besuchern. Manche wollen sich nur mal das Tierheim anschauen kommen, andere kamen gezielt und schauten sich die Tiere an. Vor allem Labradormix „Bosko“ zog die Besucher in seinen Bann. Er ist erst 1,5 Jahre jung, aber trotzdem schon seit etwa drei Monaten im Tierheim. Der Fundhund gilt als  sehr lieb und freundlich besonders zu Kindern, hat aber eine tiefe Abneigung gegen Katzen. WIe bei Bosko, so stehen auch bei anderen Tieren alle Eckdaten auf einem Schild über dem Zwinger. So können sich die Besucher gleich sein Bild von dem Tier machen.

Allein 15 Hunde sind derzeit im Forster Tierheim untergebracht. Nicht alle Tiere für kurze Zeit. Der 14 Jahre alte Schäferhund „Sancho“ bekommt seit drei Jahren am Pferdegarten sein Gnadenbrot. Ihn plagt eine Arthrose im Hüftgelenk. Er ist ein „Draußenhund“. Der dichte Flockentanz macht ihm gar nicht aus. Alle Hunde haben Innenhütten mit Durchlass auf das große hintere Gelände, wo es auch schützende Hütten gibt. Wohnungshunde und die noch sehr jungen Tiere  kommen im Winter in die beheizten Innenräume.

Im Warmen befindet sich auch die „Kittenstube“. Hier toben und spielen die jüngsten Katzen unbeschwert zwischen Spielzeug, am Boden liegenden Tüchern oder den Katzenbäumen umher. Eine wahre Kindergartenstation. Sehr viele Innenräume gibt es auf dem Gelände, und ein jeder wird hier betreut, wie es für ihn am Besten ist.

In der Wildkatzenanlage wohnen zurzeit circa zehn Katzen. Manche stromern am Tag herum, kommen aber abends wieder zurück. Eine von ihnen hat inzwischen eine vertraute Beziehung zu Nachbarhund „Sancho“ aufgebaut. Sie fressen gemeinsam aus seinem Napf oder schlafen auch zusammen ein; eine nicht alltägliche Freundschaft.

Alle Tiere haben ihre Geschichte, und manchmal werden die Tiere, wie die sieben Monate alte „Moni“ nur in eine Wohnungshaltung vergeben. Doppelt Pech hatte „Timo“. Der sieben bis  acht Jahre alte weiße Mischling war bei einem älteren Herren zu Hause. Als dieser starb, kümmerte sich dessen Pfleger um ihn. Bis auch der Pfleger starb. Der Hund ist weitgehend taub, sitzt aber mit großen treuen Augen in seinem warmen Innenzwinger und wartet. Auf ein neues Herrchen?

Besucherin Julia Woznicka hockt vor dem Zwinger von „Moni“und verteilt ein paar Streicheleinheiten. Sie schaut sich um, und ist an einem Tier interessiert. Für sie käme aber nur ein kleiner Stubenhund inrage. Gleich nebenan ist die Katzenpensionsanlage im Innenbereich. „Schaffner“, „Felix“, „Bill“, „Jacob“ und „Pia“ stehen auf den Schildern. „Schaffner“ heißt so, weil er auf dem Bahnhofsgelände gefunden worden ist.

Um die Arbeit des Vereins zu ermöglichen, sind die Mitglieder auf Spenden vielerlei Art angewiesen.  „Die Hunde erhalten zum Abend Leberwurststullen“ verrät die stellvertretende Leiterin Andrea Fischer. Aber auch  Hilfe bei der Pflege des Geländes oder durch das Beschäftigen mit den Tieren sei nach entsprechender Absprache willkommen, sagt Tierheim-Leiterin Karen Schulze. Viele Tiere benötigen Medikamente; da sind Geldspenden willkommen. Patenschaften können für beide Seiten sehr fruchtbar sein. „Straßentiere sind nicht die schönsten Hunde, aber dankbar für ein warmes Plätzchen und genügend Futter“, sagt Karen Schulze.

Und wenn Platz ist, bietet das Tierheim auch Urlaubsbetreuung an. Für vier Euro pro Tag werden Katzen betreut, Hunde für zehn Euro.