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Abfischen hat begonnen
Kleine Fische sind zuerst dran

Bereits vor einigen Tagen fischten Matthias Kuntsche (vorn) und die Mitarbeiter der Teichwirtschaft Kittner den Großen Teich nahe der Waldsiedlung ab. Foto: kkz
Bereits vor einigen Tagen fischten Matthias Kuntsche (vorn) und die Mitarbeiter der Teichwirtschaft Kittner den Großen Teich nahe der Waldsiedlung ab. Foto: kkz FOTO: kkz
Forst / Groß Schacksdorf. Zuerst sind die kleinen Fische dran. "Zu lange dürfen sie nicht im Teich bleiben", sagt Teichwirt Armin Kittner. Katrin Kunipatz

"Sonst sind die Verluste durch Kormorane noch größer." Deshalb haben Matthias Kuntsche und seine Kollegen schon vergangene Woche mit dem Abfischen am Großen Teich am Schacksdorfer Wald begonnen. Ein- und Zweisömmrige Karpfen holen die Männer der Teichwirtschaft Armin Kittner aus dem Wasser. Sie werden nach Petershain in die tieferen Winterteiche gebracht.

Seit vier Jahren ist Armin Kittner Pächter der insgesamt 16 Teiche bei Groß Schacksdorf und zweier nahe Preschen. Der Fischer aus dem sächsischen Petershain zieht hier seine Satzfische heran. Die Teiche bei Groß Schacksdorf sind die ersten mit Zuchtfischen an der Malxe. Kittner freut sich deshalb über das saubere, unbelastete Wasser. Penibel achtet er darauf, dass keine Fische aus anderen Teichen hierher kommen und möglicherweise Krankheiten einschleppen. Dafür werden es jedes Jahr mehr Reiher, Kormorane und Fischotter, die sich an den jungen Karpfen in den Teichen bedienen. Kittner berichtet, dass er deutlich mehr Fische einsetzen muss, als für eine normale Ernte nötig wären. Trotzdem hofft er auf einen guten Ertrag. "Das Jahr war warm und wassersicher", schätzt er ein. Christoph Junghanns, Inhaber der Teichwirtschaft Eulo, hat andere Erfahrungen gemacht. "Das Jahr hätte etwas feuchter sein können", sagt er. Bis zum Juni waren seine Teiche zwischen Mulknitz und Klein Jamno gut gefüllt. Wasserprobleme gab es im Juli und August. In einem Teich habe er deshalb etliche große Karpfen eingebüßt. "Ich rechne insgesamt mit einer durchschnittlichen Fischernte", so Junghanns. Abgerechnet wird Ende Oktober.

In diesen Tagen beginnt bei der Teichwirtschaft Eulo das Abfischen. Während der Wasserspiegel sinkt, achtet der Teichwirt darauf, dass weiterhin genügend Frischwasser zufließt. Die kleinen, 50 Gramm leichten einjährigen Jungfische ziehen zuerst in die Winterteiche um. Später folgen in andere Teiche die zweijährigen Karpfen. Nach vier Jahren bringen die Tiere ein Gewicht von rund 3,5 Kilogramm auf die Waage. Erst dann verkauft sie Christoph Junghanns als Speisefisch.

Zu seinem Betrieb gehören 34 Teiche mit einer Wasserfläche von insgesamt 250 Hektar. "Im Durchschnitt leben 300 Karpfen auf einer Fläche von einem Hektar", erklärt Junghanns. Ihr Futter finden die Karpfen in den Teichen. Je nach Größe fressen sie natürlich vorkommende Pantoffeltierchen, Wasserflöhe oder Mückenlarven. Im Sommer erhalten sie Getreide als Energiefutter. Gezüchtet werden in Eulo Spiegel-, Schuppen- und Graskarpfen sowie Schleie, hinzu kommen die Raubfische Hecht, Zander, Barsch und Wels.

Genau wie Armin Kittner verliert der Euloer Teichwirt jedes Jahr viele Fische an die Kormorane, die gelernt haben, dass sie in den Teichen leicht Beute machen können. Problematischer sei jedoch, dass die Vögel auch im Winter jagen und die Fische in Stress versetzen. "Es ist das Todesurteil für die wechselwarmen Fische, die Winterruhe halten", erklärt Christoph Junghanns. Sie verbrauchen mehr Energie, und ihre Reserven reichen nicht bis zum nächsten Frühjahr.

Ähnliche Probleme bereiten ihm die Biber. Sie sind ganzjährig aktiv, schwimmen im Winter durch die Fischschwärme und stören die Winterruhe. Seit 25 Jahren ist Christoph Junghanns selbstständiger Teichwirt in Eulo. In den letzten Jahren sei die Verlustrate leicht angestiegen, sagt er. Der Fischgesundheitsdienst habe keine Krankheiten feststellen können. Christoph Junghanns schließt daraus, dass Fressfeinde zu den Verlusten führen.