ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:07 Uhr

Gründungstag
Klein Kölzig feiert 530 Jahre mit großem Festzug

Festumzug mit Geschichte: Bis zum Jahre 1969 versorgte Lenchen Koinzer die Klein Kölziger mit frischer Milch.
Festumzug mit Geschichte: Bis zum Jahre 1969 versorgte Lenchen Koinzer die Klein Kölziger mit frischer Milch. FOTO: Angela Hanschke
Klein Kölzig. Wagen zeigen Gewerke von einst bis heute.

Am Samstag haben die Einwohner von Klein Kölzig den 530. Gründungstag ihres Dorfes gefeiert. Rund 400 Gäste aus der Region drängten sich auf dem Festplatz. Unter ihnen zahlreiche ehemalige Einwohner sowie Neugierige aus dem benachbarten Groß Kölzig. Einer von ihnen war gar aus dem Magdeburger Raum in die Lausitz gereist, um den Festzug zu sehen. Der stand unter dem Motto „Gewerke von einst bis heute“, startete an der Alten Ziegelei und erreichte nach 30 Minuten den Gutspark. Allen voran auf einem Multicar die strahlende Ortsvorsteherin Ilona Lohmann. Im Schlepptau ein antiker Landauer mit den „VIP Ü 80“ der Volkssolidaritätsortsgruppe.

Viel Liebe zum Detail steckte in den zumeist von Traktoren gezogenen Darstellungen der Gewerke. Andreas Herkula, Leiter der Heimatstube, vermittelte dazu am Mikrofon versiert die geschichtlichen Fakten. Unter anderem zu „Lehnchens Milchbude“, dem Dorfkonsum, zum 1913 von Carl Hiersigk gegründeten Gasthaus „Zu den deutschen Eichen“, der Bäckerei Labsch, dem einstigen Malereibetrieb von Herbert Bonkaß, dem Holzschnitzer Girschner, dem Minol-Tanklager, Schnieder Bassy und der Dorfschule. Der Steiger der Kohlegrube „Franz“ hatte seine schmucke Uniform in der Groß Kölziger Heimatstube ausgeliehen. Die Akteure auf dem Gefährt des Friseursalons Salzmann präsentierten sogar eine Preisliste aus DDR-Zeiten. Für „Waschen-Legen-Fönen“ waren damals sechs Mark zu berappen. Für glänzende Augen bei den Schaulustigen, die die Straßenränder säumten, sorgten auch die farbenprächtigen Szenerien mit den ehemaligen Bauernwirtschaften und von „Rucksackbauern“ – Landwirten im Nebenerwerb. 

„Es ist erstaunlich, was es in solch einem kleinen Ort einmal gegeben hat“, betonte in seiner Grußbotschaft Eberhard Müller, Bürgermeister der Gemeinde Neiße-Malxetal. Frenetischen Applaus erhielt die Ortsvorsteherin für den Ausspruch „So einen Zusammenhang gibt es nur hier bei uns!“ Dennoch konnte die gute Stimmung nicht darüber hinwegtäuschen, dass nur noch 272 Klein Kölziger im Ort leben. Ein historischer Tiefpunkt. Ilona Lohmann bat deshalb augenzwinkernd, „an diesem Problem zu arbeiten“.

Friedrich II. alias Landwirt Rüdiger Budek aus Hornow zeigte sich geschichtlich gut beschlagen, präsentierte Fakten und Anekdoten. Wer „regierte“ Klein Kölzig zwischen 1990 und 1994? Natürlich Rudolf Hiersigk! Egon Hänchen aus Preschen wusste es sofort. 

Bevor DJ Bernd zum Tanz bis Mitternacht auflegte, erklangen Schlager von Überraschungsgast Marian Berk. Zugaberufe gab es für ihn, ebenso für die Bühnenpräsens der von Vera Jurk anmoderierten Schlagerdoubles Renate Lemke aus Groß Kölzig, Harry Winkelmann aus Forst sowie Wolfram und Stephi Schubert aus Klein Kölzig.

(aha)