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| 15:55 Uhr

Forst
Klein Jamno hat einen neuen König

Die Schützenkönige des Jahres  2018: (von links hinten) Richard Fabian, René Göbel, Cornelia Janisch,  Friedrich Fabian und ganz vorn die Zweitplatzierte in der Altersklasse 6 bis 8 Jahre Clara Roscher.
Die Schützenkönige des Jahres 2018: (von links hinten) Richard Fabian, René Göbel, Cornelia Janisch, Friedrich Fabian und ganz vorn die Zweitplatzierte in der Altersklasse 6 bis 8 Jahre Clara Roscher. FOTO: Michael Leske
Klein Jamno. Zum zweiten Mal durften auch Frauen zielen. 2019 wird im Dorfgemeinschaftshaus gefeiert.

Der Schützenkönig des Jahres 2018 von Klein Jamno ist René Göbel. Er wurde am Samstag nach einem spannenden Königsschießen mit 33 Ringen Sieger. Bei den Herren schossen 17 Teilnehmer um die Krone. René Göbel übernahm die Königswürde von Torsten Fabian, der 2017 am besten gezielt hatte. Daneben schossen auch 13 Damen um den Titel der Schützenkönigin: Hier konnte Cornelia Janisch gewinnen. Die Bauingenieurin schaffte 25 Ringe und übernahm die Würde von Marion Nabel. Sie ist übrigens erst die zweite Schützenkönigin im Dorf. Bis ins Jahr 2016 durften nur Männer am Königsschießen teilnehmen.

In dem kleinen Forster Ortsteil findet das Schützenfest traditionell am ersten Juliwochenende statt. Mit Blasmusik und Tschingderassasa wird der Schützenkönig des Vorjahres zu Hause abgeholt. Doch zuvor muss Majestät noch eine Ehrenpflicht erfüllen: Es gilt, die Vorjahresmajestät königlich zu bewirten. Danach geht es zum Schießstand auf den Dorfplatz.

Das Königsschießen mit dem Luftgewehr wird von der Jägerschaft Jamno ausgerichtet und dafür das alte Feuerwehrgerätehaus mit dem charakteristischen Schlauchturm zum Schießstand umfunktioniert. Es dürfen nur Einwohner aus Klein Jamno teilnehmen. Als Trophäen gibt es einen von den Frauen des Dorfes geflochtenen Siegerkranz sowie eine weiße Schärpe mit goldener Schrift und für die Königin eine geflochtene Krone.

Die Tradition reiche mindestens bis in die 1950er Jahre zurück, sagte der neue Schützenkönig. Damals hieß der Titel aber Schützenmeister, weil es zu DDR-Zeiten keinen König geben durfte. Wie weit die Fest-Tradition allerdings genau zurückreicht, weiß niemand genau. Es heißt, dass es bereits nach dem Ersten Weltkrieg Schützenfeste in Klein Jamno gegeben haben soll. Organisiert wird es vom ehrenamtlichen Ortsvorstand und dem Heimatverein. Neben dem Schützenfest stellen die Einwohner – 167 hat Klein Jamno – noch mehr auf die Beine: Fastnacht, Osterfeuer und Maibaumstellen.

René Göbel und Cornelia Janisch freuten sich riesig über ihren Sieg beim Königsschießen. Neben dem offenen Preisschießen für alle Festbesucher am Nachmittag fand in diesem Jahr erstmals das Klein Jamnoer Robin-Hood-Turnier im Bogenschießen für Kinder und Jugendliche statt. In der Altersklasse sechs bis acht Jahre gewann Lene Lanyi, bei den Neun- bis Elfjährigen Richard Fabian. In der Altersklasse zwölf bis 14 Jahre hatte Friedrich Fabian die ruhigste Hand. Nach dem Turnier haben auch die Erwachsenen probiert und festgestellt: „So einfach, wie es aussieht, ist das gar nicht.“ Unterstützt wurde das Turnier insbesondere vom Forster Schützenverein, die das Equipment wie Pfeile, Bogen und Scheiben zur Verfügung stellten.

Während das Kinderprogramm mit Hüpfburg, Schminken und lustigen Spielen Anziehungspunkte für die Jüngsten war, ermittelten die Festbesucher beim offenen Preisschießen ihren Sieger. Benjamin Kockott setzte sich am Ende im Stechen durch – vor Hermann Kostrewa und Dominick Müller.

Kaffee und Kuchen gab es letztmalig im Festzelt, so Rüdiger Noack vom Heimatverein. Nächstes Jahr werde im Dorfgemeinschaftshaus gefeiert, versicherte er. Er zeigte sich sehr zufrieden mit dem Fest: „In der Mittagszeit hatten wir über 100 Besucher. Insgesamt waren es mehr als im Vorjahr.“

Das Dorfgemeinschaftshaus soll zu Weihnachten fertig sein. Die Bauarbeiten gehen zügig voran. Ein Mehrzweckraum ist für Sitzungen des Ortsbeirats, Einwohnerversammlungen und den monatlichen Spieleabend gedacht. Die Fastnachtsfrauen und eine noch zu gründende Jugendgruppe sollen laut Ortsvorsteher Bernd Simmank ebenfalls unterkommen. Zugleich wird das ehemalige Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchturm saniert. Noch wird dafür ein Name gesucht. Er sollte am Abend beim Schützenball verkündet werden, doch der Punkt wurde verschoben. „Wir wollen allen Klein Jamnoern die Möglichkeit geben, sich an der Namensgebung zu beteiligen“, erklärt Rüdiger Noack. Nun soll die Bekanntgabe im Herbst erfolgen.