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| 15:41 Uhr

Stadt gestalten
Klare Mehrheit für Seerosenteich

Die Steine für das 2. Forster Kunstsymposium legte die Firma Schmidt-Dunkel am Freitag auf der Freifläche neben der Kirche ab.
Die Steine für das 2. Forster Kunstsymposium legte die Firma Schmidt-Dunkel am Freitag auf der Freifläche neben der Kirche ab. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Unterstützung gibt es von CDU, SPD und FDP, Kritik kommt vor allem von der Linken. Von Katrin Kunipatz

Zumindest kurzzeitig gab es am Freitag Bewegung auf den Flächen an der Stadtkirche. Die Firma Schmidt-Dunkel ordnete 16 Findlinge entlang der Haagstraße an. Es sind die Vorboten für das 2. Internationale Kunstsymposium. 15 Künstler aus sechs Ländern werden ab dem 13. September im Stadtzentrum arbeiten und den Linden vom Lindenplatz, anderen Baumstämmen und eben Steinen ein neues Aussehen geben. Vor allem soll die Aktion, die mit dem Herbstmarkt am 21. September verbunden ist, die Forster in die Innenstadt locken.

Zumindest kurzzeitig beleben das Kunstsymposium, die Themenmärkte oder das Stadtpicknick die Innenstadt. Wie das Gelände an der Kirche gestaltet sein muss, damit es dauerhaft gelingt, darum wird seit Jahren gerungen. Im jüngsten Bauausschuss sollte nun zumindest die Richtung wieder klar werden. Zwei Wochen zuvor waren zwei Varianten im Sonderbauausschuss vom Planungsbüro Sinai vorgestellt worden. Die Stadtverordneten entscheiden dann, welche Gestaltungsvariante der Grünen Mitte sie bevorzugen.

Die Bauverwaltung legte dementsprechend zwei Beschlussvorschläge vor. Der erste umfasst die als Seerosenteich bekannte Wasserfläche, die bereits nach dem Realisierungswettbewerb vor sechs Jahren mit dem Infrastrukturministerium abgestimmt wurde. Zusätzlich sollen entsprechend der Diskussion Ende August die zu gestaltende Fläche bis zum Mühlgraben ausgeweitet, ein Wasserspielplatz und Elemente der Stadtgeschichte eingebunden werden. Der zweite Vorschlag sieht die Umgestaltung des Geländes in verschiedene mehr oder weniger pflegeintensive Stadtgärten vor, einen Uferpark und eine Mühlgrabenpromenade. Diesen hatte das Planungsbüro im Auftrag der Stadtverordneten erarbeitet, nachdem das Ministerium eine Bebauung rund um die Kirche grundsätzlich abgelehnt hatte und die Wasserfläche nicht erwünscht war.

Offen geblieben war im Bauausschuss Ende August, was die Pflege des gesamten Geländes kosten würden. Heike Korittke reichte die Zahlen nach. Für die Variante mit dem Teich fallen pro Jahr bis zu 15 000 Euro für die Unterhaltung der Wasserfläche und weitere 135 000 Euro für die Grünflächen an. Unterm Strich sind es also rund 150 000 Euro. Bei den Geschichtsgärten erfordern einzelne Flächen eine intensivere Pflege, so Korittke. Dies würden rund 195 000 Euro pro Jahr kosten. Dabei sei es im Moment unerheblich, ob das städtische Betriebsamt oder eine Firma die Arbeit erledige.

In der anschließenden Diskussion bezeichnete Stadtverordneter Thomas Jaehn (fraktionslos) beide Vorschläge als „völlig irre“. Man „verhunze die Mitte einer Kreis­stadt“. Seiner Meinung nach sollte man die Fläche lassen, wie sie ist und stattdessen die Fördermittel für die Wiederbesiedlung der historischen Stadtmitte vorantreiben.

Zuvor hatte Ingo Paeschke (Die Linke) bereits erklärt, keinen der Anträge mitzutragen. Nach seiner Einschätzung sei es grundsätzlich falsch, eine der beiden Gestaltungsvarianten umzusetzen. Er verwies auf eine Presseerklärung seiner Fraktion. Darin hatte Paeschke zum Wochenbeginn betont, dass es sinnvoller sei, über Mehrgenerationenhäuser und altersgerechtes Wohnen nachzudenken, damit Menschen künftig im Stadtzentrum wohnen und arbeiten könnten.

Die Abstimmung brachte ein klares Ergebnis. Die Mitglieder der Fraktionen CDU, SPD und FDP/Freie Bürger empfahlen die Variante mit der Wasserfläche einschließlich der Erweiterung bis zum Mühlgraben. Die Linke stimmte dagegen. Für die Geschichtsgärten fanden sich nur zwei Befürworter aus den Reihen der sachkundigen Einwohner. Der Hauptausschuss wird am Mittwoch noch einmal über das Thema diskutieren. Die Stadtverordneten fällen endgültigen am 28. September den Beschluss über die Gestaltung der Stadtmitte.