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Forst
Weihnachtsmenü für die Jüngsten

David Slodowski, Koch in der Kita Groß Kölzig, mit dem Weihnachtsessen, das Vincent und Luise schon mal zeigen.
David Slodowski, Koch in der Kita Groß Kölzig, mit dem Weihnachtsessen, das Vincent und Luise schon mal zeigen. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. David Slodowski ist Koch in der Kita Groß Kölzig – sehr nach dem Geschmack der Kinder.

Es dampft und duftet an diesem Vormittag ganz besonders in der Küche der Kita „Hayasche“ in Groß Kölzig. Seit 6.30 Uhr werkelt hier David Slodowski, um den Jüngsten ein ganz besonderes Weihnachtsmenü zu bereiten. Entenkeule mit Blau­kraut und Kartoffeln soll es geben. 48 Portionen darf der 27-jährige Koch heute zaubern, etwas weniger als sonst, weil einige Kinder schon im Weihnachtsurlaub oder leider krank sind. Als Nachtisch soll es einen Obstsalat geben, den die Kinder heute Morgen in der Kinderküche selbst geschnippelt haben.

Gerade ist der Weihnachtsmann bei den Kindern, während David Slodowski die Soße rührt und das Blaukraut abschmeckt. Die Entenkeulen werden in einer Kippbratpfanne gar gezogen. „Damit die Feuchtigkeit drin bleibt“, sagt der Koch. Den guten Geschmack bringt ein Gemüsebett aus Möhre, Porree, Sellerie, Zwiebel, Salz und Pfeffer, verrät er. Seit eineinhalb Jahren arbeitet er in der Kita „Hayasche“ und hat großen Spaß daran, die Kinder zu bekochen.

Vorher hat Slodowski in der Reinert-Ranch in Trebendorf gearbeitet. Kita-Leiterin Jana Thomas hat ihn quasi „abgeworben“. „Unsere Köchin war lange krank und ging dann in Rente“, berichtet sie – und von ihrem Wunsch, gern einen Mann in der Küche zu haben. „Bei uns vielen Frauen…“, spricht sie schmunzelnd die Erzieherinnen an. Es klappte mit David Slodowski, was auch Jana Thomas sehr glücklich machte. Denn die Kita gehört zu den Kindereinrichtungen der Region, die Wert auf selbst gekochtes Essen legen. „Dass das gut bei Kindern und Eltern ankommt, hat eine Elternbefragung gezeigt“, so die Leiterin.

Denn der Koch ist zudem selbst Groß Kölziger, der vor eineinhalb Jahren privat nach Döbern zog. Kochen ist sein Traumjob. „Schon seit der 7. Klasse wollte ich nichts anderes machen“, berichtet er. Seine Ausbildung hatte ihn zunächst nach Görlitz auf die Landeskrone geführt und dann auf verschiedene Stationen in Deutschland und darüber hinaus. Denn so kochte er beispielsweise in einem Hotel im österreichischen Kaprun. „Dort hatten wir eine Speisekarte mit 90 Prozent Bio-Angeboten“, schwärmt er. „Abends gab es Fünf-Gänge-Menüs.“ Auch im österreichischen Saalbach-Hinterglemm arbeitete er einige Zeit, ebenso auf der ostfriesischen Insel Borkum in einem Hotel an der Promenade. Aus allen Stationen habe er sich Rezepte und Anregungen mitgenommen. In Österreich habe es auch eine Kochschule für Kinder gegeben. „Das hat mir schon damals gefallen mit den Kindern“, sagt David Slodowski.

Deshalb genießt er seine Arbeit jetzt auch besonders – auch wenn er morgens wesentlich eher anfangen muss als in der freien Gastronomie, wo er meistens erst 14 Uhr begann. Und er weiß, was die Kinder wollen: „Für sie muss man salz­ärmer kochen, mit nicht so vielen Geschmacksrichtungen, da ihre Geschmacksknospen noch nicht so ausgeprägt sind wie bei Erwachsenen.“ Die Renner in der Kita „Hayasche“ seien Eierplinse, Nudeln sowie Hähnchenbrust mit dunkler Soße, Mischgemüse und Kartoffeln. „Kartoffeln lieben sie, deshalb gibt es auch beim Weihnachtsessen diesmal keine Klöße“, sagt David Slodowski. Die Wünsche der Kinder werden natürlich in den Speiseplan eingearbeitet. Im Frühjahr soll es sogar eine ganze Woche geben, in der die Kinder jeden Tag entscheiden können, was es gibt. „Aber es wird definitiv nicht jeden Tag Nudeln geben“, schmunzelt der Koch – obwohl Nudeln mit Tomatensoße auch zu seinen persönlichen Lieblingsgerichten zählen. Aber er legt natürlich Wert auf gesunde Ernährung und probiert auch gerne etwas Neues. Davon bekommen die Kinder jedoch erst eine Kostprobe, um zu sehen, wie es bei ihnen ankommt.

Auch zu Hause kocht David Slodowski gern. Weihnachten wird es Kaninchen mit Speckbohnen geben, natürlich kredenzt von ihm für die Familie. Doch zunächst sind die Entenkeulen dran. Aus der Kippbratpfanne kommen sie in den Ofen, wo sie knusprig überbacken werden.  „Gut geworden, oder?“, freut sich der Koch über die ersten Exemplare für den vierjährigen Vincent und die dreijährige Luise. Den Kindern schmeckt es wieder – so wie voriges Jahr, als es Rinderschmorbraten mit Rosenkohl und Klößen gab.