„Die Eltern sollen in Ruhe ihren Kaffee genießen können.“
Café-Inhaberin Doreen Zeumke aus Cottbus.


„Ich fühle mich mit meinem Kind nicht in jedem Cottbuser Lokal willkommen“ , sagt die 28-Jährige. In einem Restaurant im Stadtzentrum sei sie sogar einmal abgewiesen worden. „Weil mein Sohn so laut geweint hatte, fragte mich die Kellnerin, ob ich nicht erst einmal vor die Tür gehen möchte“ , erzählt Doreen Bubner. Die anderen Gäste würden sich dadurch gestört fühlen. Eine ältere Dame habe ähnliches artikuliert. „Völlig baff habe ich mich noch auf der Türschwelle umgedreht und bin gegangen“ , so die Cottbuserin. Den Laden habe sie nie wieder betreten. Peter Geike habe zum Teil ähnliche Geschichten von anderen Gästen gehört. Er kann dies aber nicht bestätigen.
Seit anderthalb Jahren führt der studierte Bauingenieur das Café im Grünen. Im etwa 400 Quadratmeter großen Garten können sich die Kinder in kleinen Planschbecken abkühlen oder im Sandkasten buddeln. Wenn es draußen kälter wird, stehe im Café ein großes Spielzimmer zum Herumtoben bereit. „Die Mütter und Väter sollen unterdessen ungestört ihren Kaffee genießen“ , sagt Peter Geike.
Es sei nicht leicht, beides unter einen Hut zu bringen, spricht er aus eigener Erfahrung. „Ich hatte für mich und meine damals zweijährige Tochter Maria irgendwie nicht das passende Lokal gefunden.“
Da sei ihm die Idee eines kindgerechten Cafés gekommen, die er dann nach seinem Studienabschluss in die Realität umsetzte. Sein „Projekt“ sei noch nicht ganz abgeschlossen, sagt der 37-jährige Cottbuser. „Ich habe noch viele Ideen und Pläne, die ich in Zukunft verwirklichen möchte.“
Für Mutter Doreen Bubner ist das Krümel-Café zu ihrem zweiten Zuhause geworden. „Hier kann ich mich mit meinem Sohn frei bewegen. Niemand fühlt sich gestört oder belästigt.“ Wenn ihr Sohn Nevio Hunger habe, gebe sie die Babynahrung ab und erhalte sie aufgewärmt samt Besteck wieder. „Ich habe all meinen Freundinnen von dem Café erzählt“ , sagt Doreen Bubner.
Es muss nicht immer viel Geld investiert werden, um ein kinderfreundliches Ambiente zu schaffen. Im Café Latte am Cottbuser Altmarkt, hat Inhaberin Doreen Zeu mke eine kleine, bescheidene Spielecke neben dem Tresen eingerichtet. „Dort können die Kinder auf einem Schaukelpferd reiten oder mit einem Holz-Lkw spielen“ , sagt sie. Die Eltern wiederum sollten die freie Zeit nutzen, um entspannt einen Kaffee zu genießen. Das Angebot wird der Inhaberin zufolge gut angenommen. Ein Gast habe sich bislang noch nicht darüber beschwert. „Da wir den ehemaligen Raucherbereich links neben dem Eingang in einen Nichtraucherraum umgewandelt haben, können sich dorthin Gäste zurückziehen, denen es doch einmal zu laut werden sollte“ , so Doreen Zeumke, die selbst zweifache Mutter ist.