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| 01:36 Uhr

Kiefernspinner sorgen für Alarm in den Wäldern

Region.. Alarmstimmung in den Wäldern der Region: Bei der diesjährigen Winterbodensuche zeichnet sich ab, dass der Region zwischen Spree und Neiße eine Kiefernspinnerplage droht. Den Einsatz von Bekämpfungsmitteln kann das Amt für Forstwirtschaft in Peitz nicht ausschließen. Thomas Engelhardt


Erste ernsthafte Alarmsignale gingen bei der Peitzer Behörde aus den Forstrevieren Forst und Preschen ein. Dort hatte die Winterbodensuche ein Vielfaches des Normalwertes von maximal zwei Raupen auf 0,5 Quadratmetern ergeben. „So viele habe ich in meinen 35 Arbeitsjahren noch nicht gefunden“ , sagte beispielsweise Forstwirtin Rosemarie Jakob (63) aus Wolfshain.
„Im Bereich bei Forst und Preschen beginnen die Probleme meist zuerst, was sicher an der Kiefern-Monokultur liegt“ , sagt Marion Vater vom Amt für Forstwirtschaft Peitz. Die Situation in anderen Revieren der Region sehe nicht ganz so dramatisch aus. Rund um Guben gebe es zum Beispiel auch Laubbäume, so dass der Monokultureffekt hier nicht zum Tragen komme. Allerdings stehe für den gesamten Einzugsbereich der Peitzer Behörde fest, dass mehr Raupen gefunden wurden als in den Vorjahren.
Siegfried Lüdecke, Leiter des Amtes für Forstwirtschaft, bestätigt: „Der Trend ist da.“ Nach zwei relativ ruhigen Jahren, in denen Plagen, welcher Art auch immer, eine eher untergeordnete Rolle gespielt hätten, sei die Zahl der Schädlinge wieder aufstrebend. Alles laufe jedoch unter ständiger Kontrolle ab, so Lüdecke. Zudem gebe es Kontakt mit den zuständigen polnischen Behörden, denn im Nachbarland plage man sich mit denselben Problemen herum.
Marion Vater ist seit einigen Jahren für die Probenkästchen, die die einzelnen Oberförstereien nach Peitz schicken, verantwortlich. Etwa eine Woche lang würden die Proben genommen. Die Kästchen der drei ersten Oberförstereien lägen ihr bereits vor. Von Peitz führt der Weg der Proben dann weiter zur Landesforstanstalt in Eberswalde. Diese Behörde fasst die Ergebnisse zusammen und entscheidet letztlich, welche Gegenmaßnahme zu ergreifen ist.
„Noch ist es spekulativ, aber es ist denkbar, dass wir in diesem Jahr Bekämpfungsmaßnahmen durchführen müssen“ , sagt Marion Vater. Sie hofft, dass die Plage nicht so große Ausmaße annehmen wird, wie im Jahr 2003. Damals seien von den etwa 90 000 Hektar Wald, die zum Peitzer Amt gehören, rund 14 000 Hektar betroffen gewesen. „Das war schon heftig.“
Um immer auf dem aktuellen Stand der Dinge zu sein, würden ständig Kontrollen durchgeführt. „Unsere Förster sind jeden Tag im Wald und überwachen die Situation“ , so Marion Vater. Dabei würden nicht nur die Landeswälder unter die Lupe genommen. Auch Privatwald oder Bundesforste werden überprüft.
Sollten tatsächlich Bekämpfungsmittel zum Einsatz kommen, würde das im Fall des Kiefernspinners Ende April/Anfang Mai passieren. Das sei notwendig, weil die Schädlinge bereits den Maitrieb der Bäume befallen würden. Bevor aber wirklich die Chemie als letzte Chance zum Einsatz komme, seien noch mehrere bürokratische Hürden zu nehmen.