ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:02 Uhr

Forst
Kein Stillstand beim Kanalbau

Mit einem Kran wurde dieser kombinierte Schacht für die „Kreuzung“ der Schmutz- und Regenwasserleitungen in die Baugrube gehoben.
Mit einem Kran wurde dieser kombinierte Schacht für die „Kreuzung“ der Schmutz- und Regenwasserleitungen in die Baugrube gehoben. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Nach Einbau des Sonderbauwerks am Berliner Platz geht es mit dem Leitungsbau weiter. Von Katrin Kunipatz

Eine Baustelle steht unter besonderer Beobachtung. Besonders, wenn sie, wie im Fall der Berliner und Cottbuser Straße, nur einseitig oder gar nicht befahrbar ist. Im Hauptausschuss trägt Stadtverordneter Klaus-Dieter Stenzel (SPD) die Sorgen einiger Gewerbetreibender vor. Diese wollen beobachtet haben, dass sich kaum noch etwas tut auf der Baustelle.

„Dies ist ein scheinbarer Eindruck“, stellt Frank Przychodzki klar. Er ist der technische Werkleiter der Städtischen Abwasserbeseitigung. Der Eigenbetrieb ist im Fall der Baumaßnahme B 112 für die Planung, Ausschreibung und Baubegleitung verantwortlich, weil die Erneuerung der Abwasserleitungen und Hausanschlüsse das umfangreichste Vorhaben ist. „Von der Baufirma Eurovia haben wir die Zusage, dass der Termin eingehalten werden kann“, sagt Przychodzki. Bis Mitte August soll der Berliner Platz wieder frei sein.

Auf die Baustelle erläutert der Eigenbetriebsleiter den aktuellen Stand: Am Mittwochnachmittag dieser Woche hat ein Kran das Sonderbauteil aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) in die Baugrube gehoben. Dieser kombinierte Schacht ist eine Maßanfertigung. Vor 100 Jahren war die „Kreuzung“ der Schmutz- und Niederschlagswasserleitungen aus Klinker gemauert worden. Heute sei es aus Gründen des Umwelt- und Gewässerschutzes besser, vorgefertigte Bauteile zu verwenden. Gemauert werde nur dort, wo es nicht anders geht, so Przychodzki. Verlegt werden starre Rohre aus Steinzeug. Sie haben sich über Jahrhunderte bewährt. Erschwert wird die Erneuerung der Regen- und Schmutzwasserleitungen, weil Stromkabel, Telefon- und Gasleitungen ebenfalls unter der Straße verlaufen. Nicht immer stimmen Plan und Realität überein. Dann müsse vor Ort, wenn alles offen liegt, operativ entschieden werden, wie die Rohre an den neuralgischen Punkten verlaufen können.

Im Moment konzentriert die Firma ihr Kräfte am Berliner Platz. Die neuen Schmutzwasserleitungen auf der Berliner Straße, von der Cottbuser und der Leipziger Straße müssen an den neuen Schacht angebunden werden. Erst danach kann die Straße aufgebaut und mit einer Asphaltdecke versiegelt werden.

Parallel wird dann auch der Leitungsbau auf der Cottbuser Straße fortgesetzt. Im Bereich zwischen Sparkasse und der Tafelausgabestelle wurde bereits das neue Schmutzwasserrohr verlegt. Die Leitungen für Niederschlagswasser und in Richtung Berlinder Platz auch für Schmutzwasser folgen. Glücklicherweise liegen hier Gas- und Trinkwasserleitung, Strom- und Telefonkabel unter dem Fußweg. Im Straßenbereich hofft Przychodzki deshalb, dass man gut vorankommt. Um Überraschungen zu vermeiden, habe die Kanalbaufirma bereits einige Hausanschlüsse ausgegraben und angeschaut. Aber es werde nicht einfach, so der Eigenbetriebsleiter.

Die Entscheidung, nur mit einer Kolonne zu arbeiten, habe die Baufirma getroffen. „Zugesichert ist, dass die Cottbuser Straße am 7. Dezember für den Verkehr freigegeben werden kann“, sagt Frank Przychodzki. Er vertraue der Eurovia. Als größeres Unternehmen habe sie Kapazitäten und Personal, um auf die Anforderungen flexibel zu reagieren.