Darüber informierte Verwaltungsvorstand Sven Zuber in der ersten Sitzung des Werksausschusses Eigenbetrieb Kultur, Tourismus, Marketing Rosenstadt Forst. Bereits im März sollen Gespräche zur Fortführung des Archivs aufgenommen werden. Zuber schloss nicht aus, dass in dem Zusammenhang noch einmal darüber nachgedacht wird, das Dokumentationszentrum an anderer Stelle in Forst unterzubringen, wo es größeren touristischen Zulauf gibt. Die Gedanken sind nicht neu, wie der Hornoer Ortsvorsteher Bernd Siegert auf RUNDSCHAU-Nachfrage bestätigt. "Wenn es ein vernünftiges Konzept gibt, ist nichts dagegen einzuwenden", so Siegert.

Das Projekt zum Aufbau eines Dokumentations- und Informationszentrums über "Ortsabbrüche und Umsiedlungen im Lausitzer Braunkohlenrevier" war im Zeitraum April 2004 bis Oktober 2006 gemeinsam mit der Domowina, Stiftung Horno, Vattenfall Europe Mining und der Stadt Forst entwickelt worden. Am 14. Oktober 2006 wurde das Archiv verschwundener Orte in Neu Horno eröffnet. "Entsprechend einer Vereinbarung obliegt die Betreibung des Archivs der Stiftung Horno. Die Stadt Forst stellt anteilige Personalkosten über den Eigenbetrieb Kultur, Tourismus, Marketing zur Verfügung. Zusätzlich hat die Domowina einen projektbezogenen Beitrag übernommen", erläutert Zuber auf Nachfrage. Basis ist eine Vereinbarung, die 2013 zwischen der Stiftung Horno, der Domowina und der Stadt Forst getroffen wurde und am 31. Dezember 2016 endet. Auch die vorangegangenen Verträge waren befristet. "Über die Fortführung werden derzeit Gespräche zwischen den Partnern mit dem Ziel der Weiterführung der für die Region wichtigen Einrichtung vorbereitet und im März beginnen", so Zuber.

Nach Angaben der Stadt sind die Besucherzahlen rückläufig. 2015 wurden 630 Besucher gezählt, 2014 waren es 851. Im Jubiläumsjahr 100 Jahre Ostdeutscher Rosengarten besuchten 1047 Gäste das Dokumentationszentrum in Horno. Eine vergleichbare Einrichtung gibt es bundesweit nicht.