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| 16:31 Uhr

Karneval
Forst ist wieder in Narrenhand

Das kleine Prinzenpaar Josefine und Luca vor dem Pfannkuchenbrett, dahinter Prinzessin Peggy I. und Prinz Jens III..
Das kleine Prinzenpaar Josefine und Luca vor dem Pfannkuchenbrett, dahinter Prinzessin Peggy I. und Prinz Jens III.. FOTO: Margit Jahn
Forst. Beim Karnevalsauftakt in der Stadt wurden auch die zwei neuen Prinzenpaare vorgestellt. Von Margit Jahn

Nachdem die muntere Karnevalsschar erfolgreich um 10 Uhr das Rathaus gestürmt hatte und kurzerhand den stellvertretenden Bürgermeister Jens Handreck entführte, kam die bunte Prozession am Max-Seydewitz-Platz an. Hier wurden sie bereits von den Forstern sehnsüchtig erwartet. Bäckermeister Axel Langner verkürzte die Zeit, indem er zum gemütlichen Tänzchen aufforderte. Allerdings waren die Zuschauer auf das nagelneue Prinzenpaar gespannt und ließen sich, trotz charmanter Aufforderung, nicht zum Tänzchen überreden.

Um 11.11 Uhr war es dann so weit. Der lange Zug formierte sich auf dem großen Platz und begrüßte die Zuschauer. Prinzessin Peggy I. nebst Gemahl Prinz Jens III.wurden unter frenetischem Beifall vorgestellt. Das große Prinzenpaar brachte, wie es schon lange Tradition ist, auch ihr eigenes kleines Prinzenpaar mit. Die kleine Prinzessin Josefine Krautz ist 7 Jahre alt, ihr Prinzgemahl Luca Kasper schon 8.

Während Prinzessin Josefine wohlwollend das Publikum mit ihrem Lächeln zum Strahlen brachte, ließ es sich Gemahl Luca allerdings vorab nicht nehmen, vom Pfannkuchenbrett von Bäcker Axel Langner schon mal beherzt zuzugreifen. Es sah aber auch zu lecker aus, dies lange Pfannkuchenbrett, welches der Bäcker jedes Jahr für seine Karnevalfreunde durch die Massen trägt. Da lief nicht nur dem jungen Prinzen das Wasser im Munde zusammen. Etwas pikiert nahm Prinzessin Josefine dieses vorwitzige Ansinnen ihre Gemahles zur Kenntnis, auch wenn es sicher nicht zu Protokoll und Etikette gehörte.

Der Rathausschlüssel wurde dann feierlich vom stellvertretenden Bürgermeister Jens Handreck an das neue Prinzenpaar überreicht. Prinzessin Peggy schwor Kraft ihres neuen Amtes vor den Zuschauern, dass sie eine gerechte und gute Stadtführung übernehmen werden.

Im Gepäck hatte Jens Handreck, der 1990 selbst Prinz Jens I. war, einen Scheck und einige Geschenke, die die Großen sichtlich erfreuten. Für die Kleinen hatte er eine Tüte bunter Schaumgummimäuse dabei, die später ruckzuck von den kleinen Funken und Tänzern vertilgt wurden.

Die Minifunken gaben dann eine kleine Kostprobe ihrer Tanzkünste. „Hoch auf dem Berg, da steht ein kleiner Zwerg“, ertönte es aus den Lautsprechern, und eine gemütliche Abordnung von acht kleinen Zwergen betrat die Bühne. Ganz wie in „Schneewittchen“ brachten sie ihre Werkzeuge mit, und tanzten inmitten der Zuschauer.

Nach den Kleinen waren dann die Juniorfunken an der Reihe, die schon Bühnenerfahrung mitgebracht hatten. Auch sie wurden mit herzhaftem Jubel empfangen.

Die großen Funken gaben dann zu flotter Musik ein Tänzchen ab, unter ihnen die Rosenkönigin Jessica I. Wer es während des Tanzens nicht mitbekommen hatte, wurde später freundlich darauf hingewiesen.

Alles was Rang und Namen hat, ist offenbar inzwischen beim Karnevalsverein Forst-Sacro 1979 organisiert. Es lässt sich nicht verdenken, noch dazu, wenn die Kleider so strahlend schön sind, wie das weiße Kleid mit der himmelblauen Spitze der beiden Prinzessinnen. Gegen die Kälte gab es ein wärmendes, creme-weißes Cape dazu.

Nachdem irgendwann das große Pfannkuchenblech von Axel Langner leer war, wurden, wie es sich gehört, noch ordentlich Konfettiregen in die Zuschauer geworfen.

Zur Annemarie-Polka gab es dann keinen Stillstand mehr. Alle Karnevalisten schnappten sich ihre Nachbarn und tanzten die beliebte Polka im Oval der Gäste. Jens Handreck hatte die Ehre, die erste Runde mit der frisch gebackenen Prinzessin Peggy I. zu eröffnen. Prinzgemahl Jens I. schnappte sich das Funkenmariechen Manu, und sie zogen fröhlich in Hacke-Spitze-Manier den anderen hinterher. Die meisten sangen lautstark den Text mit. Mit rhythmischem Klatschen unterstützen die Zuschauer die fröhlichen Tänzer.

Am Ende der knapp einstündigen Zeremonie gab es noch eine lange Polonaise, begonnen im Kreis und dann mitten durch die Zuschauer, die somit Gelegenheit hatten, sich dem bunten Zug anzuschließen. Auch das Wetter hielt glücklicherweise und belohnte all die liebevolle und aufwendige Vorbereitung.

Wie René Groeschke, der souverän durch das Programm führte, sagte, gibt es noch vereinzelt Karten für die einige Veranstaltungen des Sacroer Karnevalsvereins.