| 16:47 Uhr

Bombenfund
Brandbombe bei Bahren gesprengt

Fachbereichsleiter Sören Reichelt bespricht mit Sprengmeister Enrico Schnick den zeitlichen Ablauf des Einsatzes und den vorgesehenen Sperrkreis.
Fachbereichsleiter Sören Reichelt bespricht mit Sprengmeister Enrico Schnick den zeitlichen Ablauf des Einsatzes und den vorgesehenen Sperrkreis. FOTO: Katrin Kunipatz / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Bahren­/­Neiße-Malxetal. Eine russische Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg soll an der Neiße bei Bahren gesprengt werden. Am Donnerstagnachmittag kam der Einsatzstab zusammen.

Nur fünf Tage nach der Übergabe fährt das neue Löschfahrzeug der Feuerwehr Preschen am Donnerstag zum ersten Einsatz. Eine russische Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg soll an der Neiße bei Bahren gesprengt werden.

Im kleinen Ort Bahren hat sich am Nachmittag der Einsatzstab versammelt. Bei Sören Reichelt, Fachbereichsleiter Ordnung und Finanzen im Amt Döbern-Land, laufen die Fäden zusammen. Er verteilt Karten mit dem Sperrkreis an die Anwesenden. Polizei, Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes und Revierförster Wieland Wagner werden die Straßen und Waldwege absperren. Die Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Preschen und Groß Kölzig sind am Radweg am Neißedamm positioniert. Sollte es zu einem Brand kommen, können sie von dort am schnellsten eingreifen.

Fundstelle am ehemaligen Brückenkopf in Bahren
Fundstelle am ehemaligen Brückenkopf in Bahren FOTO: Katrin Kunipatz / Medienhaus Lausitzer Rundschau

Mit Sprengmeister Enrico Schnick geht Sören Reichelt die Details durch. Die 14 Einwohner Bahrens sind bereits am Mittwochabend persönlich und mit einem Anschreiben über die nötige Evakuierung informiert worden. Am Donnerstagmittag kontrolliert Sachgebietsleiterin Ines Lutzens, ob wirklich niemand mehr in den Häusern ist. Auch die polnische Gemeinde sei über die Sprengung und die nötige Sperrung des Waldgebietes im Umkreis von einem Kilometer informiert worden, so Reichelt. Die Ortschaft Bukowina liegt nicht mehr im Sperrkreis. Zusätzlich hat Rüdiger Theo vom Polizeirevier Döbern das gemeinsame Zentrum der Deutsch-Polnischen Polizeizusammenarbeit in Swiecko informiert.

Trotzdem müssen die Anwesenden verwundert beobachten, wie ein Fahrzeug auf polnischer Seite auf dem Neißedamm fährt. Enrico Schnick vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) erklärt: „Wenn ich jemanden sehe, wird die Sprengung sofort unterbrochen.“ Für ihn ist es an diesem Donnerstag der dritte Einsatz. In Finsterwalde und Schwarzheide hat er gemeinsam mit Uwe Zierdt zwei planmäßige Räumstellen besucht. In Bahren werden gleichzeitig mit der 50-Kilo-Brandbombe auch drei Handgranaten gesprengt. Gefunden wurde die Munition, weil im Auftrag der Kriegsgräberfürsorge das Gebiet am ehemaligen Brückenkopf in Bahren abgesucht wurde. Am Wochenende hatte ein Radfahrer den Schädel eines Weltkriegstoten entdeckt und die Kriegsgräberfürsorge, will nun nach weiteren Überresten suchen.

Reste der Bombe
Reste der Bombe FOTO: Katrin Kunipatz / Medienhaus Lausitzer Rundschau

Alle Helfer fahren zu ihren Posten. Um 13.38 Uhr steht der Sperrkreis. Die vier Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes bereiten die Sprengung vor. In ein etwa ein Meter tiefes Loch wird die Bombe gelegt und wiederum mit Erde bedeckt. 14.07 Uhr dröhnt ein lautes „Wumm“ durch den Wald rund um Bahren. Eine Druckwelle ist spürbar. Alles bleibt ruhig. Um 14.12 Uhr gibt der Sprengmeister über Funk die Entwarnung. Die angebrachte Sprengladung hat die Bombe völlig zerrissen. Entzündet hat sich nichts. Um 14.30 Uhr bedankt sich Sören Reichelt bei allen Beteiligten. Während der Kampfmittelbeseitigungsdienst die Reste auflädt, rücken alle ab. Auch die Preschener Feuerwehr fährt ihr neues Löschfahrzeug wieder ins Depot. Die 1200 Liter Wasser wurden diesmal nicht gebraucht.

(kkz)