Schon wenn man in das Gästehaus zum Kaminabend hineinkommt, sticht einem eine Schwarz-Weiß-Illustration des Buchcovers "Das Geheimnis der alten Melodie" ins Auge, worauf ein mit dem Computer erstelltes Gesicht im Halbdunkel, vor dem Hintergrund des Branitzer Parks, zu erkennen ist. Auch innerhalb des Raumes hängen weitere Bilder an den Fenstern. Diese sind zum Buch gehörig und sollen den Zuhörer neugierig machen.

"Das Buch ist das Wichtigste, deshalb sollen die Bilder schwarz-weiß sein", erklärt Manfred Gebhardt, der Zeichner dieser Werke."Ich bin von Bernd Beyer angesprochen worden, ob ich die Illustration seines Werkes übernehmen würde", sagt er weiter."Es hat allerdings Monate in Anspruch genommen das alles zu machen, weil ich vorher noch nie illustriert habe und auch das Buch mehrfach lesen musste", verrät er. "Es ist mir eine besondere Freude heute ein Werk zu präsentieren, dass es als Buch noch gar nicht gibt", leitet er die Lesung ein und erklärt, dass es noch ein paar Feinarbeiten zu machen gilt, bevor sein Werk in den Druck gehen kann. Aber bis zur zweiten Hälfte des Jahres solle es fertig sein.

Mit mehreren Textauszügen erzählt er von dem 14-jährigen Jungen Julian, der in einem Kinderheim aufgewachsen ist und nun in ein Internat geht, wo er eine Ausbildung zum Schlosser machen soll. Als er geht, bekommt er ein Kästchen, das bei seiner Ankunft im Heim in seinem Korb lag. Dieses enthält eine Spieluhr, welche seine einzige Verbindung zu seinen Eltern ist. Neugierig beginnt er zu forschen und stößt dabei auf so einige Geheimnisse, eine Schatzsuche mit neuen Freunden beginnt.

Die Schatzsuche beruht auf einer wahren Begebenheit. "Ich selbst habe 1990 eine solche Schatzsuche im Branitzer Park inszeniert, selbst eine falsche alte Karte erstellt, versteckt und auch noch andere Hinweise hinterlassen. Es gab sogar einen Schatz. Dieser enthielt jedoch lediglich einen Zettel, auf dem ich die Kinder an den Spaß und die Freude der eigentlichen Unternehmung erinnern wollte", so Beyer. Alle Orte im Buch sind wiederzuerkennen. So ist der "Brunitzer Park", der Branitzer Park.

"Ich ziele bei dem Leser oftmals auf ‚Aha-Effekte‘ ab. Viele Dinge die man früher so gelernt hat, werden heute nicht mehr gelehrt", erklärt er. 1996 erhält er für seine Schatzsuche, im Rahmen des Ereignisses "150 Jahre Branitzer Park", den 1. Preis. Auch deshalb soll die Buchpräsentation dort stattfinden.

Bei den Zuhörern kommt die Geschichte gut an. "Mir hat sehr gut gefallen, wie er das alles rübergebracht hat", sagt Monika Jurack. "Man geht vor allem nie dumm nach Hause, man lernt immer etwas dazu", wirft Ilka Kissmann ein. "Jeder Abend hier ist etwas ganz besonderes, wie ich finde. Schade, dass es fast der letzte ist", meint Brigitta Nitschke, die regelmäßig dabei ist. Veranstalterin Ingrid Ebert erklärt, dass dies zwar vorerst einer der letzten Abende in dieser Form ist, aber sobald sich Veranstaltungen anbieten, "dann werden auch wieder welche gemacht".