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Kaltenborn stellt sich im Landeswettbewerb

Werner Soyke mit der Bewerbungsmappe von Kaltenborn. Der Vereinsvorsitzender möchte der Jury gerne den neuen Spielplatz zeigen.
Werner Soyke mit der Bewerbungsmappe von Kaltenborn. Der Vereinsvorsitzender möchte der Jury gerne den neuen Spielplatz zeigen. FOTO: Zeidler
Kaltenborn. Bereits zum zweiten Mal tritt Kaltenborn im Vorentscheid zum Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" an. 2009 schaffte es der Ort südwestlich des Gubener Stadtzentrums auf den zweiten Platz. Michèle-Cathrin Zeidler

"Durch viel Engagement und Eigenleistung der Dorfbewohner ist seitdem eine Menge in Kaltenborn passiert", sagt Werner Soyke, Vereinsvorsitzender vom Bürgerverein Kaltenborn. "Darauf können wir stolz sein und das wollen wir auch zeigen."

Die größte bauliche Veränderung ist dabei der neue Spielplatz in Kaltenborn. "Wir haben sehr lange um diesen Spielplatz gerungen", blickt Werner Soyke zurück. Heute werden die vier Spielgeräte samt Rutsche und Wippe, das Fußballfeld, die Torwand und das Basketballfeld rege von den Kindern genutzt. "Jeden Tag sehe ich Kinder hier spielen", betont der gebürtige Kaltenborner, "und auch die Geburtenraten haben in den vergangenen Jahren zugenommen." Im nächsten Schritt plant der Bürgerverein eine Unterstellmöglichkeit für die Zuschauer. "Vielleicht können wir dafür ja das Preisgeld nutzen", hofft Werner Soyke. Ansonsten spart Kaltenborn aktuell fleißig für seine 725-Jahr-Feier in drei Jahren.

Fünf weitere Dörfer aus dem Landkreis Spree-Neiße starten ebenfalls bei "Unser Dorf hat Zukunft". Neben Kaltenborn treten Dissen, Horno, Koschendorf, Siewisch und die Gemeinde Werben im Wettkampf an. "Unser Trumpf ist dabei der Bürgerverein", weiß das Sprachrohr von Kaltenborn. Der Verein zählt aktuell 94 Mitglieder und zeichnet sich durch seinen großen Zusammenhalt und Tatendrang aus. "Beim Bau des Vereinshauses haben damals alle mit angepackt", erinnert sich Werner Soyke. Über 10 000 Stunden haben die Helfer am Häuschen gearbeitet: "Das Ergebnis ist toll, und das Haus wird inzwischen für viele Veranstaltungen genutzt." Außerdem wurden im Dorf die Traditionen wiederbelebt. "Seit 2005 wird bei uns wieder gezampert", freut sich Werner Soyke. Dadurch wurde das Leben im Dorf bereichert. "Da sieht man wirklich jeden Dorfbewohner, alle öffnen sie ihre Hoftüren", schwärmt der Vereinsvorsitzende. Aber auch sonst nimmt die Traditionspflege in Kaltenborn einen hohen Stellenwert ein. "Ein besonderer Höhepunkt ist das jährliche Apfelweinfest", weiß Werner Soyke. "Das Fest zieht viele Besucher aus Kaltenborn und Umgebung an."

Darüber hinaus werden auch Bräuche wie das Eierkuchenessen, das Osterfeuer und die Sonnenwendfeier im Sommer und Winter in Kaltenborn gelebt. "Weitere Höhepunkt sind der Kindertag und die Rentner- und Kinderweihnachtsfeier", so Werner Soyke weiter.

Außerdem freut sich das Dorf über einen aktiven Ortsbeirat. "Durch ihn bekommt der Ortsteil eine Stimme und es wurde schon viel erreicht", findet er und führt die Erneuerung der Dorfstraße und die Asphaltierung des Kreisverkehrs an.

Die Bewerbungsmappe von Kaltenborn liegt der Bewertungskommission mittlerweile vor. Bei ihrer Zusammenstellung hatte Werner Soyke Unterstützung vom Ortsbeirat und dem gesamten Bürgerverein. "Besonders Horst Wetzel, Manuela Wessel und Thomas Laugks tragen einen großen Anteil am tollen Ergebnis", erzählt der Vereinsvorsitzende.

Mitte Oktober wird die Jury nun nach Kaltenborn kommen, um sich vor Ort ein Bild von dem Dorf zu machen. "Ich plane eine kleine Präsentation im Vereinshaus. Und danach werden wir uns einige Orte anschauen", verrät Werner Soyke. In der engeren Auswahl sind dabei der Spielplatz, die historische Apfelweinpresse, die denkmalgeschützte Scheune und das Torhaus, die Weinplantage am Fuße der Kaltenborner Berge, die natürliche Quelle am Kaltenborner Ortsausgang und der Imker in der Kuckucksaue.