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Kätzchen mit großem Hunger

Viele Katzenkinder leben im Moment im Forster Tierheim. Nicht alle sind so munter wie diese Drei. Und die Kleinsten müssen sogar noch gefüttert werden.
Viele Katzenkinder leben im Moment im Forster Tierheim. Nicht alle sind so munter wie diese Drei. Und die Kleinsten müssen sogar noch gefüttert werden. FOTO: kkz
Forst. "Das Tierheim ist überfüllt mit Katzen", sagt Leiterin Karen Schulze. Allein 25 Katzenkinder im Alter zwischen vier und zwölf Wochen mussten in den vergangenen Tagen aufgenommen werden. Einige sind krank und brauchen Medikamente, andere müssen noch gefüttert werden. Katrin Kunipatz

Dazu kommen weitere 28 Fundkatzen und zehn frei lebende. Um alle Tiere aufnehmen zu können, sind einige Katzen im Moment sogar im eigentlich für Hunde vorgesehenen Quarantäneraum untergebracht.

Bei den Hunden ist die Situation weniger dramatisch, aber deshalb nicht einfacher. Insgesamt zwölf nicht oder nur schwer vermittelbare Hunde betreuen die Tierheimmitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer teilweise schon seit vielen Jahren. Neu dazugekommen sind zwei Hunde, die das Ordnungsamt aufgefunden hat. Und am Sonntagabend nahm Karen Schulze einen bildhübschen Husky-Rüden auf. Dessen Besitzer holte den Hund noch am Dienstag wieder ab.

Der Notstand bei den Katzen veranlasste Karen Schulze, vor einer Woche auf der Homepage des Vereins und bei Facebook einen Spendenaufruf zu starten. Auch Doreen Collet aus Ostritz in der Oberlausitz reagierte. Als sie von den vielen kleinen Katzen in Forst hörte, startete sie spontan eine Wohltätigkeitsauktion. "Ich liebe Tiere über alles", sagt sie. Statt Geld zu schicken, will sie andere einbinden und auf das Forster Tierheim aufmerksam machen. Dafür nutzt sie ihr Hobby: Die 31-Jährige schneidet und faltet die Seiten eines Buches so kunstvoll, dass plastische Bilder entstehen. Wer bis zum 20. August die höchste Summe biete, darf sich sein Buchmotiv aussuchen, erklärt sie ihre erste Spendenaktion.

Karen Schulze zählt ihre Aufrufe nicht mehr. Die größte Aktion ist die Tierweihnacht im Dezember. Auch die Futterspendenboxen in den Einkaufsmärkten seien gut gefüllt. Andere Helfer fragen im Tierheim nach und kaufen ein, was nötig ist. Die Tierheimleiterin berichtet von einer Forsterin. Sie hat an der Schule Nordstadt schon einige Aktionen organisiert und selbst gemachte Handarbeiten zugunsten des Tierheims angeboten.

"Im Moment brauchen wir für die kleinen Kätzchen ganz feines Futter, um dort die Medikamente unterzumischen", erklärt die Leiterin. Aber auch Trockenfutter für Katzenkinder, Nassfutter für die größeren Katzen und Katzenstreu werden gebraucht. Groß war die Freude im Tierheim, als schon am Wochenende viele Spenden eintrafen. "Jede Einzelne wird fotografiert und mit einem Dankeschön veröffentlicht", sagt Karen Schulze, die sich fast jeden Abend um den Online-Auftritt des Tierheims kümmert. Viel Resonanz gibt es für die Mühe und die Rückmeldung schafft Vertrauen. Dies bestätigt auch Doreen aus Ostritz. Sie war zwar noch nie in Forst, aber der Kontakt sei sehr freundlich.

Zum Thema:
"Im Tierheim am Schäferberg in Groß Döbbern können nur noch Notfälle aufgenommen werden", sagt Leiterin Annett Stange. Rund 60 Katzenkinder müssen aktuell versorgt werden, dies geht nur über Spenden. "Die Ausgaben für Tierpfleger, Futter, Streu, Impfung und Chip kommen über die Vermittlung nicht rein", sagt Stange. Zumal in den Sommerferien weniger Tiere vermittelt werden. Im Gubener Tierheim musste Leiterin Kerstin Martin bisher noch keine Katze ablehnen. In der Unterkunft leben im Moment rund 110 Katzen. Regelmäßig ruft das Tierheim zu Spendenaktionen auf. Außerdem gibt es eine Vereinbarung mit der Stadt Guben, die eine Pauschale für jedes Fundtier bezahlt. Noch vor Jahren gab es mehr Fundtiere, so Martin. Möglicherweise ist es ein Erfolg des konsequenten Kastrierens frei lebender Katzen und Kater.