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Kabelklau an Bahnschranken beunruhigt Forster

Die Bahnschranken in der Forster Wehrinselstraße.
Die Bahnschranken in der Forster Wehrinselstraße. FOTO: Ludwig
Forst. Anfang April standen die Bahnschranken in der Forster Wehrinselstraße erneut still. Wie Ursula Endlova, Anwohnerin der Wehrinselstraße, am Anruf-Reporter-Telefon sagte, blieben die Schranken mehrere Tage oben. slu

"Nichts warnte die Passanten vor dem herannahenden Zug, das ist doch gefährlich!", beschwerte sie sich. Bereits im Dezember 2014 war an dieser Stelle der vierte Kabeldiebstahl gemeldet worden, weshalb damals die Schranke per Handbetrieb geregelt wurde.

Und auch diesmal sei wieder ein Kabeldiebstahl für die Schrankenstörung verantwortlich, teilt Bahnsprecher Gisbert Gahler auf Nachfrage mit. Damit seien sowohl der Bahnübergang in der Wehrinselstraße als auch in der Mauerstraße betroffen gewesen - und zwar vom 28. März bis 1. April und danach, wegen eines erneuten Diebstahls, vom 2. bis 9. April, teilt Gahler mit.

Zum Vorschlag von Ursula Endlova, dann eben nicht so hochwertige Kabel zu verwenden, damit diese nicht so oft gestohlen werden, heißt es vom Bahnsprecher, dass es leider nicht möglich sei, Kabel aus anderen, minderwertigen Metallen zu verwenden.

Dennoch gehe die Deutsche Bahn (DB) aktiv gegen Kabeldiebstahl vor: So habe die Bundespolizei zusammen mit der DB beispielsweise eine Informationsbroschüre an Metallhändler verteilt, die vor dem Ankauf gestohlener Ware warnt und die am häufigsten gestohlenen Teile darstellt.

Mit der Deutschen Telekom, RWE und dem Verband Deutscher Metallhändler habe die DB zudem eine Sicherheitspartnerschaft gegründet, um gegen Buntmetalldiebstähle mit vereinten Kräften vorzugehen. Ziel des Bündnisses sei es, den Metalldiebstahl vom Tatort bis zum Absatz einzudämmen. Auch vier Übertragungsnetzbetreiber sowie Vattenfall Europe Mining und Thyssen Krupp seien in die Sicherheitspartnerschaft aufgenommen worden.

Kernstück der Zusammenarbeit bilde ein elektronisches Frühwarnsystem, mit dem sich die Mitglieder untereinander über aktuelle Metalldiebstähle informieren und so den Absatz des gestohlenen Materials erschweren, teilt die Bahn mit.

Als weltweit eines der ersten Eisenbahnunternehmen kennzeichne die DB zudem seit 2011 Kabel und Anlagen mit künstlicher DNA. Dazu werde eine für die Täter unsichtbare Flüssigkeit mit dem künstlichen DNA-Code auf das Material aufgesprüht. Bei der Betrachtung unter einem Mikroskop werde ein holografisches Logo der DB erkennbar, die Teile können eindeutig zugeordnet werden, so der Bahnsprecher.

Zur Frage von Ursula Endlova, warum die Forster mit keinem Schild oder Ähnlichem vor den offenen Schranken gewarnt wurden, meint Gisbert Gahler, dass die Störungen kurzfristig gewesen seien. "Bei länger andauernden Störungen werden zusätzlich Sicherungsposten aufgestellt", so der Bahnsprecher. Zudem würden die Vorschriften und technische Einrichtungen sichern, dass Bahnübergang-Benutzer nicht gefährdet werden, verkündet Gisbert Gahler dazu. Konkreter wurde er in seinen Ausführungen nicht.