Der Hannoveraner Parodist Andreas Neumann betritt die Bühne im Hornoer Krug. Er stellt sich, wie es früher üblich war, vor das große Standmikrofon und nach wenigen Minuten ist das Eis gebrochen. Heinz Erhard, der begnadete Komiker, Musiker, Unterhaltungskünstler, Kabarettist, Schauspieler und vor allem Dichter, ist inmitten des Saales zu erleben. Schon allein die Stimme lässt keine Zweifel aufkommen, das der ewige kleine Schelm mit seinen lustigen verdrehten Wortspielereien leibhaftig vor seinen Zuschauern sitzt, und einen Witz nach dem anderen zum besten gibt. Natürlich nicht, ohne auch über sich selbst zu lachen. Damit auch die Herrschaften in den letzten Reihen gut sehen konnten, prangen zwei große Portraits von Heinz Erhard neben der Bühne, er selbst agiert in deren Mitte. „Die Parodie sollte ganz leicht gehen, wenn sie denn überhaupt gehen kann“, klärte er die Zuschauer auf.

„Was würde wohl Heinz Erhard dazu sagen?“, fragt er. Eine Parodie jagt die nächste. „Es wird heutzutage so viel Unnützes vorgestellt, da kann ich mich heute Abend auch mal vorstellen“. Mit dem unvergleichlichen Charme, wie man ihn von Heinz Erhard kennt und liebt, folgt dann die Geschichte vom „Pechmariechen“. Als die begeisterten Gäste diesen Vortrag mit herzhaften Applaus honorieren, sagt der Künstler: „Ich danke Ihnen für dieses Geräusch“.

Auch „König Erl“ Abkürzung von „Der Erlkönig“ fehlte nicht im Repertoire. „Was haben wir jetzt alle gemeinsam? Kein Fernsehen“, lautete die Antwort. Auf einem Flohmarkt habe er einen alten Fernseher erstanden. Auf die Frage, was er mit dem alten Ding machen wolle, sagte er: „Früher war das Programm besser“, und die Zuschauer lachen bei diesem beständig schwarzen Humor laut los. Generell schlägt er einen gekonnten Bogen bis zur Neuzeit in harmonischer Weise, dies auch mit eigenen Texten. Den Flachbildschirmfernseher argumentierte er mit folgenden Worten: „Wenn das Programm schon keine Tiefe hat“. An diesem Abend durften die Zuhörer aber auch andere längst verstorbene Schauspieler und Persönlichkeiten wieder erleben: kleine Anekdötchen mit Heinz Rühmenn, Theo Lingen, Inge Meysel, Hans Moser, Ekel Alfred sind am Abend präsent und man fühlt sich in die guten alten Zeiten zurückversetzt.

Parodist Andreas Neumann ist mit der Familie, den Kindern und Enkeln von Heinz Erhardt befreundet und so ist auch dieses Programm abgesegnet, sagt er während der Pause. „Es ist nicht einfach, die Gäste nur von einem Bühnenstandpunkt zu unterhalten“. Dies erfordere eine hervorragende Mimik und Gestik.

„Bestellen Sie im ICE ein Ei, das ist so teuer, das könnte glatt von Fabergè sein“, warnt er die Gäste. Vom Ei geht der Bogen zum Wetterbericht im Fernsehen. „Ich bin gegen Glückspiel im Fernsehen – deshalb gucke ich kein Wetterbericht“. Darauf muss man erst mal kommen.

Thoralf Haß wurde vor vielen Jahren durch das Fernsehen zum Heinz Erhardt-Fan. „Unter dem Ladentisch“ bekam er damals die erste Amiga Schallplatte, und nach der Wende konnte der Fan endlich auch viele Bücher von Heinz Erhardt erwerben. Deshalb freut er sich besonders auf diesen einmaligen Abend.

Etwa zweimal im Monat gibt es im Hornoer Krug Kabarett und Unterhaltung zu erleben. Mit „Ranz und May“ geht es am 7. Februar weiter. Den Muttertag sollte man sich jetzt schon vormerken, da gibt es ein gemeinsames Programm mit Schlagersängerin Michelle Böhnisch und der klassischen Sopranistin Irina Epinger.