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| 10:32 Uhr

Kultur in Forst
Kabarett an zwei Orten geht weiter

FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Restaurant „Zur Waldeule“ und „Hornoer Krug“ sind Nachfolger des „Kuckucks“ Groß Jamno. Von Steffi Ludwig

Ein Vierteljahr hatte sich Thoralf Haß gegeben, um zu entscheiden, ob er mit seinem Kabarett, Theater und Konzerten im „Hornoer Krug“ weitermacht. Und auch Sylvio Neubert und Nancy Franice ziehen nach drei Monaten eine Zwischenbilanz. Zum 1. Mai waren sie als Nachfolge-Betreiber ins traditionelle Gasthaus „Zum Kuckuck“ im Forster Ortsteil Groß Jamno eingezogen, dessen Betreiber-Ehepaar Birgit und Peter Hendrischke sich für ein Ende nach 22 Jahren entschieden hatte.

Sowohl Thoralf Haß als auch Sylvio Neubert und Nancy Franice geben bekannt: „Ja, wir machen weiter.“ Beide haben bereits einen Veranstaltungskalender für den Herbst und Winter 2018 aufgestellt. Denn es galt, vor allem die Kabarett-Tradition des Gasthauses „Zum Kuckuck“ weiterzuführen: Die kleine, feine Bühne hatte sich auch überregional und vor allem in der Kabarett-Szene einen Namen gemacht, Comedians wie Olaf Schubert traten hier in familiärer Atmosphäre gern auf.

Thoralf Haß war als Mitglied des Freundeskreises des „Kuckucks“ jahrelang nahe dran am Kabarett-Geschehen und hatte sich entschieden, einen Teil der Kabarettveranstaltungen an neuer Spielstätte im „Hornoer Krug“ zu übernehmen und diese ab Mitte April in Verbindung mit Konzerten und Theater anzubieten. Zwar habe es ein bis zwei Programme gegeben, die wenig bis gar nicht besucht waren. „Doch so langsam wird das Angebot von den Leuten angenommen“, sagt der freie Autor nach seinem Start als Veranstalter optimistisch. Der neue Kalender sei bereits im Druck und werde zeitnah an den bekannten Stellen ausgelegt.

Thoralf Haß vor dem „Hornoer Krug“. Archivfoto: Steffi Ludwig
Thoralf Haß vor dem „Hornoer Krug“. Archivfoto: Steffi Ludwig FOTO: LR / Steffi Ludwig

Besonders freut er sich, dass er Schauspielerin Cordula Hanns gewinnen konnte, die einen ganz speziellen Liederabend gestalten werde. Extra für den Auftritt in Forst habe sie sich einige Musiker gesucht und werde hier quasi die Weltpremiere des Programms und des öffentlichen Auftritts in dieser Besetzung stattfinden lassen. Auch für das erste Halbjahr 2019 seien schon die ersten Künstler gebucht. „Für den Sommer 2019 haben wir mit der beteiligten Agentur zwei besondere Höhepunkte geplant, natürlich mit einer gewissen Portion Spaß und Unterhaltung“, kündigt Haß an.

Auch Sylvio Neubert und Nancy Franice haben seit etwa drei Wochen ihren ersten Veranstaltungskalender veröffentlicht, der sich zumindest optisch an den des „Kuckucks“ anlehnt. Etwa die Hälfte der Kabarett-Künstler ist bereits im „Kuckuck“ aufgetreten, die andere Hälfte hat sie selbst akquiriert, berichtet Nancy Franice. Besonders stolz ist sie darauf, Anfang 2019 Lilo Wanders engagiert zu haben.

Die bisherige Kabarett-Chefin Birgit Hendrischke habe sich bei der Kabarett-Planung herausgehalten. Nur gelegentlich frage sie sie um Rat, so Nancy Franice. Gemeinsam mit Lebenspartner Sylvio Neubert (41) hatte die 33-Jährige selbst im „Kuckuck“ gearbeitet: sie als Restaurantfachfrau, er als Koch. Etwas eigenes zu haben, ist nun ihr Traum, der sich nach dem Ende des „Kuckucks“ gerade erfüllt. Auch wenn die Bilanz bisher nicht zu rosig ausfällt. „Der Mai lief spitze, der Juni und Juli eher nicht“, konstatiert Sylvio Neubert. Sie hätten mit ihrem Start im Mai einfach zu wenig Vorlaufzeit für den Sommer gehabt, auch für das Sommerfest, zu dem nur wenige Gäste kamen. Doch im Restaurant haben sie auch schon neue, jüngere Gesichter entdeckt, die ihre kleine, feine, saisonal wechselnde Karte loben. Das Stammpublikum halte zum Kabarett. Der Pachtvertrag ist bis Ende des Jahres unterschrieben. Dann würden die zwei gern weitermachen. Im Übrigen als Ehepaar – denn am Samstag wird geheiratet.