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Junge Künstler wollen sich neu entdecken

Sebastian Reiß an einer aktuellen Arbeit und seine Schwester Karolin.
Sebastian Reiß an einer aktuellen Arbeit und seine Schwester Karolin. FOTO: Detlef Bogott/dbo1
Spremberg. Das junge Künstler-Geschwisterpaar Karolin und Sebastian Reiß, das im Sommer 2016 die Räumlichkeiten im Spremberger Speicher bezogen hat, hat sich der Restaurierung – speziell Vergolder und Fassmaler – sowie der Kunst mit den Bereichen Bildhauerei, Fotografie und Zeichnung verschrieben. Beim Tag des offenen Ateliers haben sie sich der Öffentlichkeit vorgestellt. dbo1

Die Voraussetzungen für das freie Schaffen fanden Karolin und Sebastian Reiß in der einstigen Tuchfabrik Schnabel in der Berliner Straße 8. Dieses Arbeitsfeld hier ermöglicht es ihnen, sich nach erfolgreicher Ausbildung und ersten Erfahrungen neu zu verorten und zu entwickeln.

Karolin Reiß legte ihr Abitur an der Freien Waldorfschule in Cottbus ab und hängte ein Studium zur Gestalterin im Handwerk an der Akademie für Handwerksdesign in Hornbach bei Aachen dran. Weitere drei Jahre folgten als Vergolderin in Mannheim. Sie arbeitete in Wien und Mannheim an verschiedenen Restaurierungsprojekten. Drei Ausstellungen zeigte die junge Künstlerin bislang: ,,Manufactum" in Dortmund, ,,Talente" in München sowie ,,Kuckuck" in Aachen. Karolin Reiß: ,,Es gibt viele Bereiche, in den ich arbeite - von der Restaurierung über Fotografie bis hin zum Design. Das ist auch weiterhin mein Plan. Siebdruck, Zeichnen, Fotografieren und neue Techniken - alles will ich ausprobieren".

Sebastian Reiß ging auf die Sportschule in Cottbus und machte hier sein Abitur. Er folgte eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Von 2010 bis 2014 absolvierte er ein Studium der Bildhauerei an der Edith-Maryon-Kunstschule in Freiberg und arbeitete dann bei Style Work in Cottbus als Bildhauer. ,,Was hält uns" ist der Titel seiner bislang einzigen Ausstellung, die er in Freiberg gezeigt hat. Sebastian Reiß: ,,Aus der Lausitz gegangen, bin ich zurückgekommen, um die Gegend, die Menschen und mich neu zu entdecken. Da ich nicht der große Redner bin, habe ich Bildhauerei gewählt, um mich auszudrücken und Menschen anzusprechen."

Beim Tag des offenen Ateliers haben sich die jungen Künstler gern den Besuchern vorgestellt. Und sie denken schon weiter: Workshops und Symposien seien ihres Erachtens nicht nur für Leute da, die man schon kennt, sondern auch für Menschen vor Ort. Dadurch erweitere sich nicht nur das Netzwerk, sondern es entstehe ein Raum für Kultur für Jung und Alt. Den Entschluss, den Geschwistern die Räumlichkeiten im Spremberger Speicher zur Verfügung zu stellen, hat der Vermieter bis heute nicht bereut, denn das Konzept war es letztendlich, das Gefallen fand.

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