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| 01:00 Uhr

Julius näht und tanzt in den Ferien in Forst

Das Brandenburgische Textilmuseum ist immer eine gute Ferienadresse. Traditionell werden hier Angebote für Gruppen und Einzelbesucher gemacht. So auch jetzt in den Winterferien. Viele nützliche Dinge werden in dieser Woche gebastelt. Von Marion Hirche

An den Tischen wird in der 1. Etage in unmittelbarer Nachbarschaft zur jetzigen Sonderausstellung emsig gearbeitet. Allerdings ist Julius Jurack das einzige Ferienkind, das heute gekommen ist. „Ich bin oft in den Ferien hier, weil es immer Spaß macht. Ich habe hier Nähen gelernt,“ erklärt der Elfjährige. Den Museumstipp hat ihm seine Oma vor vier Jahren gegeben. Seitdem ist der junge Mann hier Stammgast, hat schon gehörige Handarbeitsfähigkeiten entwickelt.
Da der Forster der einzige Feriengast ist, darf er auch entscheiden, was er basteln will: So wird das auf dem Plan stehende Etui aus Stoff und Pappe kurzerhand von ihm gestrichen und er entscheidet sich für eine Kuschelkatze aus Stoff und Wolle: „Ich habe schon mal so eine gebastelt und meiner Mutti geschenkt. Eine Bekannte von ihr hat sie gesehen und will nun auch so eine haben, deshalb habe ich mich heute für eine Katze entschieden.“
Julius muss erst die Stoffteile ausschneiden und dann an der Nähmaschine den Grundkörper zusammennähen. Peggy Ernst und Cindy Sauer helfen ihm dabei. Die beiden jungen Frauen sind im Moment in einer Fördermaßnahme im Museum beschäftigt, springen für die gerade zur Kur weilende Museumspädagogin Cornelia Gäbler ein.
Nach dem Zusammennähen der Körperteile wird die Katze „gefüttert“ . Julius stopft rote und blaue Wollreste in den Körper, bis das Kuscheltier die nötige Form hat. Dann wird der Kopf geformt und mit einem Gesicht versehen. Angelika Bentke erklärt Julius den Stickstich, der dafür gebraucht wird. Nach gut zwei Stunden ist das kleine Wunderwerk aus Stoff und Wolle fertig. Julius ist stolz.
Anerkennung gibt es auch von den Frauen der Handarbeitsgruppe, die sich hier jeden Montag Vormittag treffen. „Wir sind Rentner und Arbeitslose und kommen gern hierher. Hier können wir reden, erfahren was Neues, lernen was, fühlen uns wohl in dieser Runde“ , sind sich Brigitte Sauer, Hannelore Schwierzok und Heidi Böttges einig. Die drei Frauen nähen gerade Frühlingsblumen aus Stoff als Raumschmuck.
Neugierig guckt Julius bei ihnen über die Schulter. Er wird in den Ferien nochmal ins Textilmuseum kommen. Am Nachmittag geht er aber erstmal zum Tanztraining, schließlich will er bei den Landesmeisterschaften in den lateinamerikanischen Tänzen im Februar mit seiner Tanzpartnerin eine gute Figur abgeben. Julius gehört nämlich zu den ganz Ehrgeizigen. Bis zum Schuljahresende soll zum Beispiel die einzige „Zwei“ auf seinem Zeugnis, die in „Kunst“ , auch noch eine „Eins“ werden.

Service Termine & Preise
 Weitere Termine im Brandenburgischen Textilmuseum: Täglich 9 bis 11 Uhr
31. 1. Nähen von Kuschelkissen,
Kosten 2 Euro, ab 10 Jahre
1. 2. Anfertigen von Tierfäustlingen, Kosten 2 Euro, ab 7 Jahre
2. 2. Weben von Untersetzern, Kosten 1.50 Euro, ab 6 Jahre
3. 2. Filzen mit Schaf-und Märchenwolle. Kosten 2 Euro, ab 7 Jahre