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| 18:41 Uhr

Forst
Jugendsozialarbeit in Forst wird neu ausgerichtet

Die beliebten Fußballturniere will der Nix-Verein nach Möglichkeit weiterhin auf freien Plätzen ausrichten.
Die beliebten Fußballturniere will der Nix-Verein nach Möglichkeit weiterhin auf freien Plätzen ausrichten. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Die Arbeit an den Treffs der Jugendlichen wird in der bisherigen Form nicht mehr stattfinden können.

Seit Monaten ist das Thema „Neuausrichtung der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit“ in der Stadt Forst ein Dauerbrenner. Einen „schmerzhaften Prozess“ nannte Verwaltungsvorstand Sven Zuber rückblickend die Kündigung aller sechs Mitarbeiter des Trägervereins „Nix“ e. V. zum 31. Dezember. Erst nach sechsmonatiger Ungewissheit gab es Mitte Dezember die Einigung mit dem Landkreis Spree-Neiße. Diese war jedoch mit erheblichen Kürzungen im Bereich Streetwork verbunden.

Als „nicht mehr zeitgemäß“ hatte der inzwischen nach Angaben des Landkreises „aus privaten Gründen zum 31. Dezember ausgeschiedene“ Manfred Thuns als Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie diese Stelle angesehen. Während der Sitzung des städtischen Ausschusses für Kultur, Bildung und Soziales am Montagabend konnte Sven Zuber jedoch „deutliche Verbesserungen“ verkünden. Die Stadt habe dazu eigene Mittel eingesetzt. Die im Vorjahr mit zwei Vollzeitstellen durchgeführte Arbeit im Familien- und Nachbarschaftstreff an der Grundschule Nordstadt wurde im Planansatz fürs Jahr 2018 um eine halbe Stelle gekürzt. Die Stadt ermöglicht nun wieder die Fortführung mit zwei Stellen. Die Vollzeitstelle im Jugendclub Waggon in der Alsenstraße sollte gänzlich wegfallen. „Dort wird es nun wieder eine halbe Stelle geben“, informierte Zuber. Das hat Folgen, so Daniel Nothnick vom Nix-Verein: „Da der Waggon wöchentlich nur bis zu drei Tagen geöffnet ist, können wir zwar die Öffnungszeiten gewährleisten, müssen aber bei den Angeboten – zum Beispiel punktuellen Präventionsangeboten wie zur Suchtprävention und Medienprojekten am Gymnasium und der Oberschule – Einschränkungen vornehmen.“

Die Stelle im Jugendclub wird von Sozialarbeiter Jan Krupski besetzt, der auch das neue „Schulprojekt“ übernehmen wird. Das Projekt mit 20 Wochenstunden geplante, gemeinsam von Stadt und Kreis finanzierte Projekt hat die Schwerpunkte „Schulmüdigkeit“ und „Schulverweigerung“ und startet gerade. Derzeit werden Kontakte mit den städtischen Schulen gesucht – „damit es ein gutes Projekt für alle Seiten wird“, betont Nothnick.

Die sozialpädagogische Arbeit des Nix-Vereins im Schülerfreizeitzentrum im Keuneschen Kirchweg wird ebenso wie im Vorjahr durch Christian Klar und Robert Bassy abgesichert. Auch hier teilen sich Stadt und Landkreis die Finanzierung. Unverändert bleibt ebenfalls die Bildungssozialarbeit durch Luise Zuchold vom Nix-Verein an der Gutenberg Oberschule sowie an der Grundschule Nordstadt durch den bisherigen städtischen Jugendkoordinator Bernd Höer.

Ersatzlos fallen jedoch die beiden Vollzeitstellen für Streetwork weg. Deren Inhaber Daniel Nothnick und Denise Roy sind nun als „Jugendkoordinator“ tätig. Die bisher für 2018 mit lediglich 0,95 Stellen geplante Position konnte durch die Finanzierung der Stadt auf 1,5 Stellen erhöht werden. Neue Stellenbezeichnung, alte Aufgabe und alles wird gut? „Vor allem von den Stadtverordneten wurde die bisherige ,mobile Sozialarbeit auf der Straße’ favorisiert, die seit dem Jahre 2009 durch unseren Verein geleistet wurde“, sagte Daniel Nothnick. Die Kinder und Jugendlichen regelmäßig an ihren Treffpunkten aufsuchen und ins Gespräch mit ihnen zu kommen – das könne nun nicht mehr geleistet werden. Angebote im Stadtkern soll es aber weiterhin geben. Aber auch die neuen Verträge sind nur befristet auf ein Jahr gültig.

(aha)