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| 19:09 Uhr

Trebendorf
Die Silvesterparty kann steigen

Stoßen auf die Einweihung des Trebendorfer Jugendclubs an: Reiner Brauer (l.), Uwe Eppinger (M.), Egbert S. Piosik (r.) sowie Vertreter unterstützender Behörden.
Stoßen auf die Einweihung des Trebendorfer Jugendclubs an: Reiner Brauer (l.), Uwe Eppinger (M.), Egbert S. Piosik (r.) sowie Vertreter unterstützender Behörden. FOTO: Angela Hanschke
Trebendorf. Neues Gebäude am Trebendorfer Sportplatz ersetzt nicht nur den abgebrannten Jugendclub. Von Angela Hanschke

Ohne großen Pomp ist am Dienstagnachmittag in Trebendorf die Einweihung des neuen Gebäudes am Sportplatz vonstatten gegangen. Es ersetzt den Bungalow und den 2009 eingeweihten Anbau des Jugend-, Sport- und Freizeitreffs. Es gab weder eine Schlüsselübergabe noch einen Banddurchschnitt. Ein schlichter grauer Baufilz ersetzte den roten Teppich für die rund 80 geladenen Gäste, darunter Klaus-Dieter Stenzel (SPD) aus dem Büro Dietmar Woidkes, der in einem Brief den hartnäckigen Kampf von Gemeinde und Jugendlichen würdigte. Gekommen waren auch Elke Gruschka vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie des Landkreises und Simone Schökel vom Landesamt in  Luckau.

Dennoch fehlte es nicht an strahlenden Gesichtern, als Egbert S. Piosik, Bürgermeister der Gemeinde Wiesengrund, das „generationenübergreifende Begegnungszentrum“ übergab und „allen Fördermittelgebern, Spendern und der Bauverwaltung des Amtes“ für ihr Engagement dankte. Nach einer Konsultation in Luckau habe das Bauamt von Döbern-Land innerhalb kurzer Zeit noch einmal sämtliche von der Spremberger Firma Aring Bauplanung erstellten Bauunterlagen überarbeitet, um Fördermitteln beantragen zu können. Blumen gab es daher nicht für die neuen Hausherren, sondern für Bauamtsleiter Uwe Eppinger.

Als der als Jugend-, Sport- und Freizeittreff genutzte Vorgängerbau in der Nacht der in der Nacht zum 23. Dezember 2014 in Flammen aufging, versetzte dies das gesamte Dorf in Schockstarre. Innerhalb weniger Stunden zerfiel jedoch auch ein Teil des Lebenswerks von Reiner Brauer zu Asche. „1976 habe ich als frischgebackener stellvertretender Bürgermeister und innerhalb der eigenständigen Gemeinde Trebendorf zuständig für den Bereich Jugend, Sport und Freizeit, für 4800 Mark von der Konsumgüterproduktion Weißwasser den Bungalow für den Ort erworben“, erinnert sich der 71-Jährige. Bereits am 9. Februar 2015 habe die Gemeindevertretung den Beschluss zum Wiederaufbau gefasst, so Piosik. Im privaten Wohnzimmer von Reiner Brauer berieten am 22. Januar 2016 Klaus-Dieter Stenzel sowie Felix Schulze und Marion Weiß vom Jugendclub darüber, wie ein Neubau ohne nennenswerte Eigenmittel der Gemeinde realisiert werden könne. „Du hast die Gemeinde- und Jugendclub-Krankheit!“, habe ihm damals seine Frau attestiert, sagt Brauer, der seit vier Jahrzehnten leidenschaftlich für „sein“ Dorf und dessen Einwohner streitet. Diese wissen, was sie an ihm haben. Dorfclub und Jugendclub überraschten den tief gerührten Ortsvorsteher deshalb am Dienstag mit einem Gutschein für Tribünenplätze bei „Titanen der Rennbahn“.

Insgesamt 360 000 Euro flossen in den Bau mit behindertengerechtem Eingang, Sanitäranlagen und modernstem Wärmeschutz. „Die Finanzierung des Gebäudes stammt aus Leader-Mitteln. Die von Innenausstattung und Außenanlagen vom Landkreis“, so Eppinger. Hinzu kamen 18 000 Euro aus dem Landesprogramm „Demokratie leben“, 135 000 Euro aus Eigenmitteln der Gemeinde und Spenden sowie 4200 Euro für Außenanlagen aus den Kassen des Jugendclubs und des rührigen Dorfclubs um Doreen Dunst.

Geradezu überwältigt ist Reiner Brauer von den Einwohnern, die über 450 Arbeitsstunden leisteten. Darunter entfielen 56 Stunden mit schwerer privater Hebetechnik für das 108 Quadratmeter große Multiobjekt, in dem sich nicht nur Jugend- und Dorfclub, die Trebendorfer Feuerwehr, die Ortsgruppe der Volkssolidarität, die Sportgruppe „Mach mit“, die „Karpfengilde“ und die Kinder der Kita „Sonnenschein“ wohlfühlen sollen, sondern auch die Fußballer aus Gahry und die Wolfshainer Feuerwehrkameraden. Die trainieren gemeinsam mit den Trebendorfern auf dem Sportplatz für den Bundeswettbewerb.

Glücklich ist auch der harte Kern vom Jugendclub, der hofft, nach dreijähriger Durststrecke wieder an Zeiten anknüpfen zu können, als weit mehr als 20 Jugendliche dort zusammentrafen. „Silvester wollen wir hier wieder gemeinsam feiern“, kündigte Josephine Lindner an. Die Arbeiten am Spielplatz, der Ballfang­anlage, Pflasterarbeiten und die gärtnerische Gestaltung werden im kommenden Jahr folgen.