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| 02:35 Uhr

Jugendclub kämpft für Erhalt der Koordinatorenstelle

Döbern-Land. Vertreter des Trebendorfer Jugendclubs haben am Montag an die Mitglieder des Amtsausschuss Döbern-Land appelliert, die Kündigung der Halbtagsstelle des Jugendkoordinators Christian Müller noch einmal zu überdenken. Eine Entscheidung dazu gab es Montag aber nicht. Anja Hummel

Wegen der fortgeschrittenen Stunde wurde die Sitzung unterbrochen. Nun soll in der nächsten regulären Sitzung am 12. September das Thema noch einmal aufgerufen werden.

Mit Mehrheitsbeschlüssen ist im vergangenen Amtsausschuss Ende Juni darüber entschieden und damit eine Vollzeitstelle in der Jugendsozialarbeit geschaffen worden. Diese soll vorrangig für den sozialen Brennpunkt in der Waldsiedlung Groß Schacksdorf gedacht sein. In der Begründung des Beschlusses heißt es: "Das Angebot einer Vollzeitstelle lässt einen größeren Bewerberkreis gut ausgebildeten Fachpersonals erwarten." So will das Amt die Halbtagsstelle des Jugendkoordinators und die Halbtagsstelle der Gemeinde mit jeweils 20 Wochenstunden zu einer Vollzeitstelle mit 40 Wochenstunden zusammenfügen.

"Warum wurden wir über den Sachverhalt nicht vorher informiert?", fragt Felix Schulze, stellvertretender Jugendclubleiter, in der Einwohnerfragestunde. Lediglich ein Schreiben hätten sie bekommen. Das sei "enttäuschend" gewesen.

Egbert Piosik, Amtsausschussvorsitzender, erklärte, dass die Kündigung nichts mit der Arbeit des Jugendkoordinators Christian Müller zu tun habe. "Die hat er sehr gut gemacht."

Das ist es auch, was der Jugendclub vor dem Amtsausschuss noch einmal bekräftigen möchte. "Er hat es geschafft, die Jugend aus verschiedenen Orten zusammenzubringen, Vorurteile auszuräumen, Jugendprojekte zu fördern", fasst der ehemalige Trebendorfer Jugendclubleiter Denny Piater zusammen, was die Arbeit von Christian Müller geschaffen hat. "Das wäre ohne ihn nicht möglich gewesen", so Piater weiter. Letztendlich profitiere auch das Amt von engagierten Jugendlichen. "Die Entscheidung sollte daher noch einmal überdacht werden", sagt Piater.

Egbert Piosik erwiderte, dass die Arbeit mit den Jugendlichen auch in Zukunft nicht komplett wegfallen soll. So seien für die neu geschaffene Vollzeitstelle zehn Stunden pro Woche für die Arbeit mit den Jugendclubs vorgesehen. "Es gibt noch die Option, dass die Kündigung zurückgezogen wird", sagt der Amtsausschussvorsitzende.

Der Lösungsversuch ist auch unter den Mitgliedern des Ausschusses umstritten: Eberhard Müller und René Prüfer (Neiße-Malxetal) halten die Kündigung der Halbtagsstelle für den falschen Weg. "Gegebenenfalls schließen wir damit eine soziale Lücke, öffnen aber wiederum eine andere", sagte Eberhard Müller bereits im vergangenen Ausschuss Ende Juni. Die Gemeinde Neiße-Malxetal legte deshalb Widerspruch gegen den Beschluss über die Kündigung der Halbtagsstelle und die Schaffung einer Vollzeitstelle ein. Darüber sollte im am Montag im Amtsausschuss entschieden werden. Weil Diskussionen zu anderen Tagesordnungspunkten, beispielsweise zum Beschluss der Hauptsatzung, langwierig waren, brach Piosik die Sitzung um 22 Uhr ab. Die übrigen Tagesordnungspunkte werden in der kommenden Sitzung am 12. September behandelt. Damit wird auch die Entscheidung verschoben, ob die Schüler der Döberner Grund- und Oberschule künftig Mittagessen aus eigener Küche erhalten.