ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:04 Uhr

Mittelalter-Szene in Spree-Neiße stellt sich neu auf
Gaudium wird zum Johannesfest

 Es soll wieder ein Johannesfest geben – in kleinerer Form. Außerdem wollen sich die Mittelaltergruppen über die Neiße hinweg besser vernetzen.
Es soll wieder ein Johannesfest geben – in kleinerer Form. Außerdem wollen sich die Mittelaltergruppen über die Neiße hinweg besser vernetzen. FOTO: Margit Jahn
Forst. Im November hieß es: Aus für das Johannes-Gaudium. Viele waren darüber traurig. Doch es gibt Hoffnung. Mittelalterfreunde aus der Region wollen dem Treffen einen neuen Rahmen geben. Von Margit Jahn

Ganz mit der Tradition brechen wollen die Mittelalterfreunde aus der Region nun doch nicht. Gab es im November noch die Ankündigung, dass es das Johannes-Gaudium wegen des hohen Arbeitsaufwandes in der bisherigen Form nicht mehr geben werde, kommt nun die Ankündigung, dass es zumindest ein Fest geben wird. Denn die Absprachen mit anderen Gruppen in der Region haben offenbar gefruchtet.

Erstmals werden sich die Lagerfreunde zu drei Lagern im Jahr zusammenfinden, um gemeinsam ein Wochenende mit Kochkunst, Handarbeit und geselligem Beisammensein zu verbringen. Das erste Lager wird im Mai am „Dablewitzer Lehen“ im Gubener Ortsteil Deulowitz in Verbindung mit dem Gewandungstreffen sein, den Jahresabschluss im September wollen die Lagerfreunde unter der Kulisse der historischen Mühle in Turnow bei Peitz ausklingen lassen. Noch in Vorbereitung ist ein Sommerlager vom 14. bis 16. Juni auf dem Schlossgelände und Witwensitz  Brody (Pförten). Bürgermeister Ryszard Kowalczuk ist seit vielen Jahren selbst ein Freund der Mittelalterszene und führt entsprechende Gespräche mit dem Forster Aimo Bartel, der unter anderem dieses Lager in der polnischen Nachbargemeinde organisiert. Parallel wird von der Gemeinde Brody ein großes Kulturfest auf dem weitläufigen Gelände geplant.

Traditionell einmal im Monat findet das „Gewandungstreffen in der Niederlasuitz des Hauses Bieberstein, der Lehensverwalter, Vasallen und Freunde statt – in den Wintermonaten im „Wappensaal“ (Kegeldamm 13), ab dem Frühjahr an verschiedenen Orten unter freiem Himmel. Im Wappensaal werden die Gäste auch kulinarisch vom Koch und Hausherren Raik Werschnitzky mittelalterlich  versorgt. Am Freitag konnte man zu einer leckeren Linsensuppe „zweyerley Fleisch mit gedünstetem Gemüse“ und  Schmalzstullen genießen. Das Geschirr – irdene Schalen und Becher sowie Holzlöffel oder den Gabelvorläufer Pfriem – bringt jeder Gast selbst mit.

Die historische Tanzgruppe „Rondo Lusatia“ ist eine weitere Untergruppe der Mittelalterfreunde und bietet mehrere Gelegenheiten im Jahr, bei einem ganztägigen Kurs Einblicke in die alte Tanzkultur des Mittelalters und der Renaissance zu erhalten. Am 11. Mai wird man die Tänzer im Park von Kromlau und Umgebung beim Flanieren, Tanzen und beim Picknick erleben können.

In diesem Jahr soll es im Juni ein kleines Johannes Gaudium auf dem Gelände des Manitu geben, das dann Johannesfest genannt wird. Auch zu den die ältesten polnischen Ritterspielen in Kosuchow, zu denen seit Jahren freundschaftliche Beziehungen existieren, gibt er derzeit Gespräche, so Aimo Bartel. Auch die freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Mittelaltergruppen im Land, sollen über Lager oder Tagesbesuche vertieft werden.
Kontakt: Aimo Bartel (Telefon 03562 4889935) oder Angela Blum (Telefon 03561 541121) aus Deulowitz.