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Je mehr mitmachen, desto besser

Denise aus Forst hofft bei der Registrieraktion am 10. September auf möglichst viele Stammzellspender.
Denise aus Forst hofft bei der Registrieraktion am 10. September auf möglichst viele Stammzellspender. FOTO: ZVG
Forst. "Es ist momentan alles außerordentlich bewegend und es fällt mir schwer, meine Dankbarkeit passend auszudrücken", schreibt die Forsterin Denise auf einige Fragen, die die RUNDSCHAU ihr per Mail geschickt hat. Denn seit einigen Wochen planen Familie und Freunde gemeinsam mit der DKMS eine Registrieraktion am 10. September in Forst, um einen Stammzellspender für sie zu finden. Steffi Ludwig

Denn die 40-Jährige ist zum dritten Mal an Lymphdrüsenkrebs, einer Form von Blutkrebs, erkrankt - eine Stammzellspende ist ihre einzige Überlebenschance.

Im September 2009 war sie zum ersten Mal erkrankt, berichtet Denise, deren Nachname vorerst nicht in der Zeitung genannt werden soll -die öffentliche Aufmerksamkeit sei so schon groß genug. Die sechs ambulanten Chemotherapien hatten damals sehr gut angeschlagen. "Doch fast auf den Tag genau zwei Jahre später wurde der erste Rückfall festgestellt", schreibt die Forsterin. Daraufhin sei eine autologe Stammzellentransplantation durchgeführt worden - sie konnte sich mit ihren eigenen Stammzellen selbst helfen.

"Im Januar diesen Jahres erlöste mich meine Ärztin in Dresden mit der Aussage, dass ich nach fünf krebsfreien Jahren als geheilt gelte", berichtet Denise. Doch im Juni dann der Schock: Der Krebs war zum dritten Mal zurückgekehrt.

Voraussichtlich nächste Woche beginne die ambulante Strahlentherapie, schreibt die 40-Jährige, derzeit laufe dazu die Vorbereitungsphase. "Momentan geht es mir ganz gut. Von den letzten beiden unfreiwillig verkürzten Chemotherapien habe ich mich inzwischen gut erholt."

Während der Chemotherapien, bei denen man rund fünf Tage rund um die Uhr mit verschiedenen Medikamenten verbunden ist, könne man sich nur im Krankenzimmer aufhalten und müsse auch danach viel liegen und sei erschöpft - unangenehm für die sonst aktive Frau. "Einschneidend war für uns jedoch in diesem Jahr die Absage unseres gemeinsam geplanten Sommerurlaubs mit Freunden", so Denise.

Noch im April war sie mit ihrer Freundin Astrid sechs Tage lang auf dem Jakobsweg gelaufen. "Es war eine sehr bewegende und unvergesslich schöne Erfahrung, die ich jedem Menschen nur empfehlen kann", sagt sie. "Es werden weitere und längere Etappen des Jakobsweges folgen - das steht fest."

Ebenso wie die Steherrennen in Forst, die mit ihrer Atmosphäre, der Begeisterung der Tausenden Zuschauer und der damit verbundenen Spannung für ihre Familie große Erlebnisse und feste Termine sind. Umso größer war auch ihre Freude, als der Forster Steher-Europameister Stefan Schäfer seine Bereitschaft erklärte, als Schirmherr für die Registrieraktion von Denise zu fungieren. "Er steht mit seiner Familie genauso fest hinter mir wie mein Mann, mein Sohn und die zahlreichen Menschen, die mich auf verschiedenem Wege so unermüdlich unterstützen", meint Denise gerührt. "Und das letztendlich nicht nur für mich, sondern auch für andere Blutkrebspatienten."

Unterdessen ruft auch der Forster Arzt Dr. Torsten Schüler zur Teilnahme an der Registrieraktion am 10. September auf. "Vor einem Jahr ist mein Schulkamerad Steffen Messerle erkrankt. Es hätte auch ich sein können. Er wurde transplantiert und hofft, bereits wieder in Bälde arbeiten zu können", so Schüler, der sich selbst vor etwa zehn Jahren registrieren ließ. Er beantwortet die häufigsten Fragen:

Wer kann spenden? Jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren über 50 Kilogramm Körpergewicht, so Dr. Schüler. "Am Aktionstag werden fünf Milliliter Blut abgenommen und die persönlichen Daten registriert."

Wonach wird die Blutprobe untersucht? Das Blut wird in einem Speziallabor auf seine Gewebemerkmale (acht bis zwölf) untersucht und typisiert. Aber anders als bei der Bluttransfusion werden nicht die Blutgruppen, sondern weitere Faktoren (human lymphatic antigen - HLA) für die Übertragung der das weiße Blut bildenden Stammzellen bestimmt. "Deshalb", so Schüler, "ist die Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger so schwierig."

Wie groß ist die Chance, einen passenden Spender zu finden? Unter günstigen Voraussetzungen kann die Trefferquote bei 1:20 000 liegen, sie könne aber auch 1: x Millionen sein, so Dr. Schüler. "Deshalb ist es so wichtig, möglichst viele potenzielle Spender zu typisieren. Auch ich wurde bisher noch nicht für eine Spende angefragt, die Wahrscheinlichkeit liegt bei einem Prozent."

Zum Thema:
Die für alle Teilnehmer kostenlose Registrieraktion findet am Sonntag, 10. September, von 11 bis 16 Uhr auf der Sportanlage des SV Lausitz Forst, Sperlingsgasse 11, statt.Inzwischen gibt es ein vorläufigesRahmenprogramm: Von 11 bis 12 Uhr hat sich der Spielmannszug Neu Horno angesagt, von 11.30 bis 12.30 Uhr gibt es eine Vorführung von Diensthunden der Bundespolizei, von 13 bis 15 Uhr ein Fußballturnier der Bambini sowie ab 12 Uhr eine Fahrradcodierung der Landespolizei. Steher-Europameister Stefan Schäfer wird für Autogramme und Fotos vor Ort sein. Es gibt Kinderschminken, eine Hüpfburg, eine Tombola, eine Bastelstraße und vieles mehr.