Auf ein sehr intensives und arbeitsreiches Jahr blickt die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) zurück. Und worüber hat sich die Rathauschefin in 2019 am meisten gefreut? „Über die Fördermittel für das Rad- und Reitstadion und das Brandenburgische Textilmuseum“, erklärt sie. „Aufgrund der Haushaltssituation wären wir vermutlich noch ewig nicht in der Lage gewesen, diese Großprojekte anzugehen.“

Ehrenamtlicher Einsatz macht Stadt attraktiv

Auch die Vielfalt der Veranstaltungen in diesem Jahr sei sehr gut gewesen. „Hervorheben möchte ich die jährlichen Rosengartenfesttage oder das Steamrosefestival als großes Event.“ Doch das sei bei weitem nicht alles. „Es gibt so viele weitere Veranstaltungen in der Stadt, die von Vereinen, der Kirche, den Feuerwehren, dem Seniorenbeirat, den Schulen oder Kindergärten auf die Beine gestellt werden“, betont die Bürgermeisterin. Vor allem im Ehrenamt hätten die Forster Dinge auf die Beine gestellt, die die Stadt attraktiver und lebenswerter machten.

Gut lief laut Rathauschefin in diesem Jahr auch die Zusammenarbeit mit dem Landkreis bezüglich des Stadions am Wasserturm. Dort werde der Landkreis für den Schulsport am Gymnasium auf einer Teilfläche investieren. „Wir als Stadt haben diesen Bereich auch weiter im Fokus und hoffen, die eine oder andere geplante Maßnahme umsetzen zu können“, so Simone Taubenek. Das sei allein schon deshalb wichtig, weil es sich bei dem Areal am Wasserturm um das „Einfallstor“ in die Kreisstadt handelt.

Fortschritte seien in diesem Jahr bei der Sanierung der Schwimmhalle, der Errichtung des Hauses für betreutes Wohnen und Pflege in Horno, dem Bau der Turnhalle in Keune oder bei der Sanierung des Kindergartens in Noßdorf erreicht worden.

Forster Unternehmen legen los

Gefreut habe sie sich auch über die Entwicklung und die Investitionen im Logistik- und Industriezentrum, insbesondere über die Erweiterungsinvestitionen von Forster Unternehmen. „Das zeigt mir, dass diese wirtschaftlich gut aufgestellt sind und sehr positiv in die Zukunft blicken.“

Die Zusammenarbeit mit den Ortsteilen funktioniere gut, in allen Ortsteilen schaute die Rathaus-Chefin in diesem Jahr vorbei und suchte das Gespräch Ortsvorstehern und Ortsbeirat.

Manchmal, so verrät Simone Taubenek, habe es aber auch vermeintliche Kleinigkeiten gegeben, über die sie sich gefreut habe. So schrieb ihr ein Investor, der mehrere Projekte in Forst plant, dass er sich „ausdrücklich für Ihre unglaublich kluge, gutgelaunte, geduldige und lösungsorientierte Zusammenarbeit“ bedanke. „Da hat sich jede Anstrengung gelohnt und lässt mich negativ Erlebtem nachsichtig gegenüber werden“, so die Bürgermeisterin.

Worüber hat sich die Forster Rathauschefin geärgert? „Über das Zerreden des Kohlekompromisses und die damit möglicherweise einhergehenden Folgen für unsere Region und damit für Forst.“ Da komme jetzt gefühlt jede Region deutschlandweit um die Ecke und erkläre, dass sie auch zu den strukturschwachen Gebieten in Deutschland zähle und demzufolge etwas von dem „Kuchen“, also den Milliarden, abhaben wolle.

Rücksichtsloser Umgang

Besonders ärgert die Forster Bürgermeisterin „der Ordnungszustand in der Stadt und der unachtsame bisweilen oft rücksichtslose Umgang der Menschen miteinander.“ Dazu zählt sie sinnlose Schmierereien, die blinde Zerstörungswut an fremdem Eigentum oder das unangemessene Verhalten im Straßenverkehr. „Der ständige Verfall der Industrieruinen oder auch der einen oder anderen Villa ist mehr als ärgerlich“, so Simone Taubenek. „Für mich steht da immer die Frage, mit welcher Intention haben Firmen oder Einzelpersonen dieses Eigentum erworben?“

Welche Begegnung hat Sie in diesem Jahr besonders geprägt? Simone Taubenek nennt mehrere Beispiele: „Besonders beeindruckend war ich von der Verleihung des Bundesverdienstordens an Reinhard Herrmann aus Groß Bademeusel in der Staatskanzlei in Potsdam.“ Ansonsten seien es die vielen einzelnen Begegnungen mit den Bürgern in dieser Stadt gewesen.

Nach dem Weihnachtskonzert des Landespolizeiorchesters in der Kirche sei ein Mann auf sie zugekommen und habe ihr gesagt: „Frau Bürgermeisterin, mit diesem Konzert haben Sie heute wieder einen Menschen glücklich gemacht. Darauf habe ich mich schon das ganze Jahr gefreut.“