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Jagdgeschwader holte die Truppenfahne für immer ein

Am 30. März 1995 wurde die Fahne eingeholt.
Am 30. März 1995 wurde die Fahne eingeholt. FOTO: Gerd Kundisch
Forst. In loser Folge berichtet Gerd Kundisch über bedeutende Personen, Orte und Bauten der Stadt Forst sowie der Region und erinnert an wichtige Ereignisse in der Geschichte. Im heutigen Beitrag schreibt er über das Jagdgeschwader 73 in Preschen. gkd1

Für das Jagdgeschwader 73 in Preschen wurde der 30. März 1995 zu einem besonderen Tag. Damals wurde die Truppenfahne für immer eingeholt. Den früheren Standort der DDR-Volksarmee und den der späteren Bundeswehr gab es im Kreis Forst nicht mehr. Er wurde termingemäß aufgelöst. Oberstleutnant Meyer, der dem Nachkommando vorstand, wurde die schwierige Aufgabe zuteil, den Fliegerhorst zu beräumen, vom militärischen Gerät freizumachen und an die Standortverwaltung Cottbus zu übergeben. Vertreter des Landkreises und des Amtes Döbern-Land waren bei diesem letzten feierlichen Akt, dem Einholen der Fahne, zugegen. Auch Vertreter des zuvor nach Laage verlegten Jagdgeschwaders 73 reisten noch einmal in die Lausitz.

Oberstleutnant Meyer würdigte die präzise Arbeit des Nachkommandos und der Zivilbeschäftigten, die am 2. Januar 1995 begannen 195 Eisenbahnwaggons zu beladen und auf die Reise zu schicken. Dabei wurden 2231 Tonnen Material in Richtung Laage und andere Depots gebracht. Die Fahrleistung für die Personentransporte betrug 78 000 Kilometer und die für die Materialtransporte 93 000 Kilometer.

Als keineswegs leichte Aufgabe die es zu meistern galt, nannte Meyer die Demontage der Fangeinrichtung und der riesigen Zelte in den Ausmaßen 18 mal 30 Meter. Etwa 300 Nebenstellenanlagen und 40 Direktleitungen mussten zurückgebaut werden, ebenso die Flugsicherungsanlage des Towers und die technischen Anlagen in den rund 80 Gebäuden. Vier Wohnheime für 334 Soldaten in Forst, Döbern und Groß Schacksdorf wurden in diesem Zusammenhang frei gezogen, 24 Shelter und 25 Garagen übergeben.

Ein komplettes Sprachkabinett erhielten die Schüler der Gesamtschule Groß Schacksdorf zur weiteren Nutzung. Mit etwas Wehmut in der Stimme erinnerte Oberstleutnant Meyer an das schöne Casino. Insgesamt wurden 164 bauliche Anlagen frei gezogen und besenrein an die Standortverwaltung übergeben.

Im Anschluss an Meyers Rede trat das Fahnenkommando an die Stange und holte die Flagge ein. Ordentlich und akkurat zusammengelegt, übergab Oberstleutnant Meyer diese dem Leiter der Standortverwaltung Cottbus, Konrad Klein. Das Jagdgeschwader 73 ging somit in die regionale Geschichte ein.