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Initiative eröffnet Kost-Nix-Laden

Christine Riedel (l.) und Dorothea Röger sind überzeugt, dass ihre Idee funktioniert.
Christine Riedel (l.) und Dorothea Röger sind überzeugt, dass ihre Idee funktioniert. FOTO: Jan Selmons
Forst. Was nichts kostet, ist nichts wert. Irrtum, finden engagierte Frauen in Forst und machen ein Projekt wahr, das zunächst etwas abwegig klingt: der Kost-Nix-Laden. Doch bei genauerem Hinsehen hat die Sache ihren Reiz – und vor allem Mehrwert. Jürgen Scholz

Die Idee ist einfach: Leute die zu viel haben, geben Leuten, die zu wenig haben. Diese schlichte Maxime ist der Grundstein für das Projekt "Kost-Nix-Laden". "In anderen Städten hat es schon funktioniert", sagt Dorothea Röger. Gemeinsam mit Christine Riedel schlendert sie über den Hof des Park 7 in der Forster Parkstraße und steuert den Eingang des Hauptgebäudes an. Freiraum steht auf einer mit Graffiti geschmückten Wand. Genau den wollen die gestandenen Frauen nutzen. In der ersten Etage des Hauptgebäudes.

In den wenigen Quadratmetern eines Raumes sollen laut Erik Hofedank vom Park 7 bereits in den nächsten Tagen Holzregale eingebaut werden, in denen dann die angebotenen Waren einfach mitgenommen werden können. Entstanden ist die Idee nach Angaben der Frauen im Rahmen von Diskussionen bei der Forster Brücke, die sich um die Integration von Asylbewerbern in der Stadt kümmert. "Uns geht es bei der Sache auch um den Kontakt mit Leuten, die merken sollen, das wir ihnen wohlgesonnen sind", sagt Christine Riedel. Integration heißt im besten Sinne auch Mitarbeit - und gerade das soll mit dem Kost-Nix-Laden möglich werden.

"Für den Betrieb brauchen wir ehrenamtliche Mitarbeiter", erklärt Dorothea Röger. Dafür sollen unter anderem Leute aus dem Asylbewerberheim angesprochen werden. Christine Riedel: "Die Leute wollen zu einem ganz großen Teil den Kontakt." Wichtig ist den Frauen allerdings, dass der Laden für jedermann offen sein soll. Den Austausch finden die Frauen gerade in einem Land, in dem die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinandergeht, sehr wichtig. "Alle leben mehr und mehr in ihren eigenen Welten", sagt Christine Riedel. Der Kost-Nix-Laden soll Begegnungsmöglichkeiten bieten.

Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun. Bereits am 7. Juni könnte der Laden im Park 7 öffnen. Das würde deshalb passen, weil an diesem Tag ein Hoffest an der Parkstraße geplant ist. Dass die Regale bis dahin voll werden, darum machen sich die Frauen keine Sorgen. Es habe ja jeder zu Hause Sachen, die er nicht mehr unbedingt brauche, die allerdings immer noch einen hohen Gebrauchswert haben. Die Besucher - die hier nicht Kunden heißen sollen - wird es freuen.

Zum Thema:
Für den Betrieb des Kost-Nix-Ladens wird Unterstützung gebraucht. Gesucht sind zwölf Paten für die monatliche - sehr geringe - Ladenmiete. Außerdem ist die Initiative auf der Suche nach Regalen, in denen künftig Sachen angeboten werden sollen. Kontakt zur Initiative ist über Christine Riedel möglich unter Telefonnummer 03562 90271. Dort gibt es auch Informationen zu weiteren Möglichkeiten der Unterstützung.